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A-Tag ’08 — Die Zukunft ist heute

Inhalt

Ausgewählter Vortrag:
Barrierefreies vorarlberg.at

  • 21.11.2008, 13:10–13:30 Uhr, Raum 1

    Im Vortrag stellen Uwe Leissing und Martin Pammer den Prozess für ein barrierefreies voralberg.at vor. Sie erläutern die Ziele und die Vorgehensweise beim Erstellen der neuen Seiten und weisen auf Probleme hin, die es bei der Umsetzung gab.

    Unterlagen

    Transkription:

    Uwe Leissing

    Sehr geehrte Damen und Herren, vielen Dank zunächst für die Einladung in diese Runde, unser barrierefreies vorarlberg.at präsentieren zu dürfen. Ich werde zu Beginn ganz kurz einen organisatorischen Einblick geben, Herr Martin Pammer wird dann auf die technische Umsetzung eingehen.

    Ein paar Kenndaten zur Vorarlberger Landesverwaltung, damit Sie wissen, woher wir kommen: In der Vorarlberger Landesverwaltung sind 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Sie gliedert sich in 45 Dienststellen und Abteilungen und es gibt bei uns 1.300 Arbeitsplätze, die mit Computern arbeiten.

    Die Informatik ist bei uns so organisiert, dass strategische Geschäftsfelder mit externen Dienstleistern abgewickelt werden. Der gesamte Server und Netzwerkbetrieb ist ausgelagert und die Anwendungsentwicklung erfolgt ausschließlich durch externe Lieferanten. Im Hause selbst befinden sich keine Entwickler.

    Ein kurzer Abstecher in die Historie, um die Ausgangslage zu erklären: Wir haben im Jahr 2002 die historisch gewachsenen Internetauftritte der Abteilungen abgelöst. Für die gesamte Landesverwaltung wurde ein einheitlicher Internetauftritt auf Basis eines gemeinsamen Content-Management-Systems aufgebaut. Barrierefreiheit, WAI, war damals überhaupt kein Thema für uns.

    Jetzt gilt bei uns das Prinzip, dass die Abteilungen selbst für ihre Inhalte zuständig sind. Die 60 Webbeauftragten und deren Stellvertreter geben die Inhalte ein, und diese Inhalte wandern dann sofort ins Internet. Die Pressestelle als zuständiger Webmaster hält sich lediglich ein Vetorecht vor, sprich, wenn irgendwas hineinwandern würde, was nicht dem Ansehen des Landes genügt, würde es wieder rausgenommen werden durch die Landespressestelle. Den ersten Kontakt mit Barrierefreiheit hatten wir zum Jahreswechsel 2002 auf 2003, als wir Informatiker in Kenntnis gesetzt wurden, dass 2003 das Jahr der Behinderten sei, und wir sollen uns als Informatiker eine Aktion überlegen im vorarlberg.at. Den einzigen Weg, den wir damals sahen, war derjenige, einen zusätzlichen Präsentationskanal für WAI zu schalten. Das war für alle eine nicht befriedigende Lösung.

    Noch ein kurzer Einblick in unser Mengengerüst: Wir verwalten derzeit im vorarlberg.at 10.000 Webseiten, 5.000 PDF-Dateien und 1.000 WinWord-Dokumente. Das zentrale Medium für die Internetpräsentation ist vorarlberg.at. Im gleichen technischen Umfeld wie vorarlberg.at laufen die Webauftritte für den Vorarlberger Landtag und spezielle fachliche Internetauftritte für das Veterinärnetz, für die Raumplanung und die englischen Seiten. Für die Öffentlichkeitsarbeit und für den Pressebereich gibt es ein eigenes, selbst entwickeltes CMS-System, der so genannte Presseserver bzw. Landeshauptmann-Server. Und ausgewählte Beispiele werden nach wie vor mit den gängigen HTML-Werkzeugen realisiert.

    Wie schon gesagt, der eigens geschaltete WAI-Präsentationskanal war nicht befriedigend, wir haben dafür, daher für das Projekt barrierefreies vorarlberg.at ein eigenes Projekt aufgesetzt, Anlass war das schon zitierte E-Government-Gesetz. Wir haben dann im April 2007 einen Regierungsauftrag zu diesem Projekt eingeholt. Jetzt war uns von vornherein klar, dass innerhalb kurzer Zeit sich nicht Barrierefreiheit einführen lässt. Es kam noch dazu, dass die Öffentlichkeitsarbeit sich in den letzten Jahren vollständig auf das vorarlberg.at, auf das Layout von vorarlberg.at ausgerichtet hat. Es war also fixe Vorgabe, unsere Öffentlichkeitsarbeit, das bestehende Layout, beizubehalten. Wir sahen auch hier nur den einzigen Weg darin, die bestehenden Webauftritte pragmatisch barrierefrei anzupassen, und haben daher im Regierungsauftrag zum Ziel formuliert, die Websites werden auf Basis der machbaren Empfehlungen des World Wide Web zugänglich gemacht.

    Folgende Überlegungen und konkrete Ziele haben wir uns dann gesetzt: alle wichtigen Elemente sollen an den Beginn der Webseite gestellt werden. Die Webseite soll gut verständlich durchstrukturiert werden. Wenn CSS ausgeschaltet wird, sollen trotzdem die Navigationselemente identifizierbar bleiben. Die Seite soll auch ohne JavaScript funktionieren, sprich wir haben JavaScript vollständig ausgebaut. Die Seiten sollen validierbar sein bzw. den gängigen Validiermechanismen Stand halten. Barrierefreiheit kann nicht nur eine Einmal-Aktion sein, sondern wir haben von Vornherein großen Wert auf die laufende Qualitätssicherung Wert gelegt, und haben von vornherein ein Qualitätssicherungsteam eingerichtet, mit internen und externen Vertretern. Wir verwenden weder Flash noch Animationen. In jenen Fällen, wo sich Flash und Animationen nicht vermeiden lassen, müssen die Seiten trotzdem für die barrierefreien Werkzeuge funktionieren.

    Noch einmal kurz zusammengefasst unsere Vorgangsweise: Wir haben uns also in die Thematik eingelesen, haben uns dann intern vorüberlegt, was WAI für unsere Webauftritte bedeutet. Wir haben dann zusammen mit Frau Eva Papst von Accessible Media und Wolfram Huber von web-tech Coaching in Bregenz einen Workshop veranstaltet. Dann ist eben dieses Projekt barrierefreies vorarlberg.at eingerichtet worden, und von vornherein eben großen Wert auf die Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung gelegt worden, mit den externen und internen Vertretern. Martin Pammer wird jetzt Ihnen die technische Umsetzung präsentieren.

    Martin Pammer

    Grüß Gott, meine Damen und Herren! Nachdem Herr Leissing jetzt das organisatorische Umfeld genannt hat, werde ich versuchen, auf einige Aspekte da einzugehen, die sich während der Durchführung ergeben haben.

    Der Webauftritt 2002 war verschachtelte Tabellenstrukturen, wo bis zu 10, 15 Tabellen verschachtelt worden san, und die Navigation war ausschließlich JavaScript, also wenn das JavaScript nicht funktioniert hat oder ausgeschaltet war, hat man nur die erste Seite gesehen. Dazu kommt, dass die aufgrund der Organisationssicht so eine natürliche Gravitation darstellt scheinbar, dass wir unzählige Links gehabt haben, also wir haben sicher zwischen 80 und 100 Links auf der Startseite gehabt. Und des waren die Ausgangsbedingungen und am eindrucksvollsten war der Ausgangszustand, wenn man sich die Seite einmal mit einem Screen-Reader vorlesen hat lassen. Dann hat man gemerkt, dass die Zugänglichkeit, dass das einfach nur ein Salat von merkwürdigen Dingen war.

    Ok, also wir haben im Zuge der Umgestaltung 25-30 verschiedene Vorlagen identifiziert. Dort sind wir hergegangen, haben praktisch alle Präsentationselemente herausgenommen, Schriftarten, alle table-cells und alle Tabellen und alle diese Dinge. Wir haben versucht, die Elemente, die übrig geblieben sind, die inhaltlichen Elemente, so zu organisieren, dass die wichtigen Dinge oben stehen. und die ganzen Dinge, die nicht so zentral sind, weiter hinten kommen. Wir haben aus diesen Reduktionen dann mit CSS neue Vorlagen entworfen, die sind diskutiert worden in verschiedenen Gruppen und mit verschiedenen Anwendern. Und wie wir gesagt haben o.k., das passt so weit, haben wir das an die externen Programmierer übergeben, die diese Dinge dann programmiert haben.

    Ok, i versuch’s. Die Struktur der Seiten haben wir so definiert, dass wir an den Anfang die Sprungziele gelegt haben, dann das unvermeidliche Logo, dann sehr schnell den Suchbegriff, weil wir davon ausgehen, dass die Benutzer, wenn sie nicht navigieren wollen, suchen wollen, dann praktisch die Festlegung, wo sind wir im Navigationsbaum und dann kommt schon der inhaltliche Bereich, ein Bereichsmenü, dass optional ist, gibt’s nicht für alle Seiten, dann der Inhalt, dann Ergänzungen zum Inhalt mit Infobox, mit Kontakt und zusätzlichen Download-Links, wenn vorhanden, eine optionale Artikelnavigation, dass man sagt, nächste Seite, vorige Seite oder an den Anfang springen. Dann kommt erst die Hauptnavigation, die Top-Navigation und die Navigation auf der rechten Seite, die auch optional ist und zum Schluss die Fußzeile.

    Wir sind so vorgegangen, dass wir ein allgemeines Style Sheet für alle Browser verwenden, für die Bildschirmpräsentation, also für Media ist Screen und Internet Explorer 6 und 7 haben für ihre Eigenheiten eigene Style Sheets bekommen, die wir über die von Microsoft gelieferte Weiche, wie erkenne ich, ob das Internet Explorer 6 oder 7 ist, angesprochen haben. Für den Druck haben wir ein eigenes Style Sheet definiert, damit, mit dem Hintergedanken, dass alle Elemente, die unsinnig sind, auf einem Papierausdruck wegfallen und gleichzeitig, dass die Schrift groß genug ist, dass man das auch lesen kann, was herauskommt.

    Als Hilfsmittel haben wir verwendet vor allem die Firefox-Extension Firebug gekoppelt mit der Web Developper Toolbar, weil das meines Erachtens im Moment die einzigen Dinge sind, wo man relativ präzise mit einem Texteditor die Seiten erstellen kann und mit relativ einfachen Mitteln feststellen kann, was ist jetzt wirklich das aktuelle CSS für dieses Element X usw. Die Seiten wurden dann mit Internet Explorer 6 und 7 überprüft unter der Verwendung der Internet Explorer Developer Toolbar. Die Seiten wurden dann auch kontrolliert mit Opera und Safari, und für bestimmte Aspekte wie z.B. die Unterscheidung, ist der Kontrast groß genug usw. haben wir auch die Web-Accessibility Toolbar eingesetzt.

    Die Probleme beim Entwickeln: Das ist glaub ich nur eine Teilmenge, was wir, was ich ich da aufgeschrieben habe. Die Vorstellung, die in einer Organisation herrscht ist, dass das Web eigentlich so was ist wie eine spezielle Form von einem Printmedium, wo man alles wie bei einem Hochglanzprospekt ganz genau, pixelgenau festlegen kann. D.h. eine der Vorgaben war, dass die Seiten pixelgenau ausschauen in allen Browsern. Das hat natürlich dazu geführt, dass der erste Sündenfall gleich eingetreten ist. Wir haben das, was wir an Tables zum Präsentieren rausgeworfen haben, über die Divisions in der Hintertür wieder hereingeführt, wenn auch in einem wesentlich geringeren Ausmaß möchte ich sagen. Weiteres Problem war, dass die Cascaded Style Sheets wurden sehr schnell komplex.

    Es ist fast unmöglich zum Feststellen, kann man wieder ein Element rausnehmen, wenn es einmal definiert ist, weil man nicht genau sicher sein kann, dass das nicht auf der 45. Seite von links verwendet wird und dort dann wieder bricht. D.h. Änderungen am Punkt A führten oft zu unvorhergesehenen Änderungen am Punkt B und das ist total frustrierend, weil die, die die Seiten überprüft haben und getestet haben ungefähr 17 Mal sagen müssen, die Seite ist o.k. und beim 18. Mal ist wieder irgendwas kaputt gewesen.

    Der HTML-Editor ist nicht konfigurierbar für uns gewesen, d.h., es muss sehr viel getrickst werden, weil einfach das, was der ausspuckt, das musste man irgendwie einfach austricksen zum Teil, also vor allem bei Bildunterschriften und solchen Elementen. Die horizontalen Linien die stehen da ganz harmlos da, aber ich würde ich sagen, in Summe haben uns die eine, mindestens eine Woche Arbeitszeit gekostet, bis dass die horizontalen Linien so dünn waren, wie es gewünscht war, und zwar in allen Browsern.

    Immer wieder Darstellungsanomalien, oder man zieht einen Browser oder maximiert ihn und dann bricht plötzlich wieder irgendwas um usw. Also es ist ein enormer Prüfaufwand. Wir haben ungefähr diese 50 Vorlagen in fünf Browsern haben wir sicher an die 20 Mal in Summe jeweils getestet, und das ist zum verrückt werden. Das Schlimmste ist, dass man zwar Standards hat, aber dass diese Standards nur teilweise implementiert sind und dass jeder Browserhersteller dort eine andere Vorstellung hat und, was auch noch dazukommt, im Haus ist es natürlich so, dass der Internet Explorer mit dem Betriebssystem ausgerollt wird. D.h. diese Seiten müssen alle im Internet Explorer 6 war das damals, so ausschauen, wie überall anders auch und das hat uns fast verrückt gemacht, und das hat einfach nicht geklappt. Wir haben versucht, dass die Seiten validieren gegen XHTML und CSS. Das ist eine relativ triviale Angelegenheit. Der technisch überprüfbare WAI-Validator, das haben wir auch eingeschaltet. Das Problem ist, dort sind vor einem halben Jahr eine Reihe von Keywords dazugekommen und geändert worden und das kollidiert wiederum mit unserer Suchstrategie. D.h. wir sind hier am Überlegen, wie wir das Dilemma auflösen.

    Einbindung von anderen Applikationen: Hier haben wir das Thema, dass diese anderen Applikationen, Datenbankabfragen und solche Dinge, dass die nicht im CMS gemacht werden und dass die über I-Frame eingebunden worden sind und da konnte es leicht passieren, dass man hineinkommt aber nicht wieder herauskommt, abgesehen davon, dass das Layout und das CSS usw. alles nicht funktioniert hat. Wir sind auf eine Strategie dort umgestiegen, wo wir das können, dass wir praktisch mit ASB-Bibliotheken Mimik-RIS nachbilden, d.h., das sind Seiten, die so ausschauen wie unsere normale Seite, aber eben ohne I-Frames diese Datenbankfunktionalität zur Verfügung stellen, und bei dieser Umschreiberei haben wir auch WAI-Anpassungen wie Label vorher und WAI-taugliche Datentabellen mit Summary, Caption und Zeilen- und Spaltenzuordnungen durchgeführt.

    Begleitende Maßnahmen vom CMS: Es ist ein Workshop mit Redakteuren gemacht worden als erster Schritt. Das wird sicher nicht ausreichen, also da wird es sicher weitere Maßnahmen brauchen. Bei der Umstellung selbst haben wir Probleme gehabt, dass also in unserem Webauftritt sind sehr viele Schmuckbilder, muss man fast sagen. Im Test haben wir das natürlich nicht bemerkt, obwohl wir ununterbrochen getestet haben, nach der Umstellung haben wir festgestellt, dass der Internet Explorer 6, wenn er keine Breiten- und Höhenangaben bekommt, einfach tut, was er will mit dem Bild. D.h., wenn man nur eine Breite definiert hat, dann hat er das gestreckt, dann hat man die Seite aktualisiert, dann hat er sie gestaucht, dann hat man aktualisiert, dann war sie richtig, dann hat man sich gefreut, dann hat man noch einmal aktualisiert und dann hat er sie wieder gestreckt. D.h. alle Bilder, wo irgendwelche Politiker vom Vorarlberger Landtag drauf waren, die waren dann wie im Spiegelkabinett und das hat natürlich einen enormen Zirkus gegeben bis zu: „Ihr müsst das wieder zurückziehen, weil so geht das ja nicht!“

    Das hat man dann mit Ad-Hoc-CSS-Definitionen von bestimmten konkreten Seiten ausgebügelt und dadurch, dass man viele Bilder ausgetauscht hat und auf ein Querformat umdefiniert hat, war ein Heidenaufwand, das zu machen.

    Ein weiteres Problem war, dass die Darstellung im CMS anders ausschaut wie im exportierten Zustand. Also die Redakteure arbeiten ja gern’ mit Zeilenschaltungen, Tabulatoren und Leerzeichen ohne Ende und im exportierten Zustand ist das alles weg und schaut grausig aus.

    Problemfelder, die nach wie vor bleiben, das ist: Wir haben unser Heil am Anfang in PDFs gesucht, aber haben schnell festgestellt, dass die fast genauso problematisch oder noch problematischer sind. Zentraler Punkt: die Seite ist immer noch extrem organisationslastig. Das ist natürlich bei 85 Abteilungen, die alle, fast alle im Web sein wollen und fast alle einen Link auf der Startseite benötigen, fast unmöglich. Dazu kommen, dass der Benutzer draußen natürlich, wenn er weiß, dass es Lawinenwarndienstinformationen gibt, dass er die ganz sicher nicht unter Sicherheit und Inneres sucht, weil er das gar nicht begreift, was das sein soll.

    Mark-Ups, also Sprachauszeichnungen und solche Dinge können wir nicht verwenden, weil der CMS-Editor das immer noch nicht kann, und wahrscheinlich auch längere Zeit noch nicht können wird. Ein Problem, wo wir noch überhaupt keine Lösung gefunden haben, wir haben eine Person, die mit einem extremen Großschriftprogramm testet, und dort mit einem Farbkontrast mehr oder weniger schwarz auf weiß, oder orange auf schwarz und diese Person sieht eigentlich nur unser Logo im Wesentlichen, und dort ist eigentlich nichts im Logobereich. Also da haben wir noch keine Lösung gefunden, wie wir das machen sollen. Dann gibt’s eine Reihe von kosmetischen Darstellungsproblemen, der graue Hintergrundbalken ist im Browser X, wenn man Bildschirmauflösungen von Y hat, einen halben Zentimeter kleiner als am anderen Schirm und wenn der Bildschirm größer, breiter als 1,5 m ist, dann werden andere Elemente falsch dargestellt, dann sind die Bildunterschriften plötzlich Bildoberschriften und solche Dinge.

    Die Suche optimieren, das ist aus unserer Sicht einer der zentralen Punkte, wenn wir es schon nicht schaffen, die organisatorischen, die Organisationslastigkeit herauszubekommen, dann sollten wenigstens die Leute über die Suche des finden, was sie sich erwarten von einer Webseite. Hier haben wir sehr große Anstrengungen gemacht, die auch mittlerweile so weit gehen, dass wir analysieren, nach was wird gesucht, und dann schauen wir uns an, was bieten wir an zu diesen Suchen. Wenn nichts gefunden wird Überlegen wir, können wir da was anbieten bzw. können wir auf Help-GV verweisen und wenn viel getroffen wird, überlegen wir, kommen diese Seiten, die dort relevant sind zu diesen Stichworten, ganz vorne oder sind die dann auf der 140. Seite zu finden. Das ist ein Thema, das wird uns weiter beschäftigen. Ich denke, dass diese Lebenssituationsgeschichte, dass wir die am ehesten noch über dieses suchen zustande bringen, weil in Organisationen des sehr schwierig ist, abteilungsübergreifend durchzuführen. D.h., des was ich gesagt habe, dass das eine gewisse Schwerkraft hat und eine gewisse Natürlichkeit hat, in einer Abteilung kann ich sagen, du machst CMS und du gibst unsere Inhalte ein, aber wenn das abteilungsübergreifende Dinge sind, dann muss man eine Projektgruppe einrichten, dann muss man streiten, wer leitet die oder dann gibt’s zwei Leiter oder keinen Leiter und solche Dinge, und das führt zu endlosen Debatten: soll das jetzt heiraten heißen oder Hochzeit heißen oder soll das jetzt keine Ahnung wie heißen.

    Schlussfolgerungen: Was ich kein zweites Mal mehr machen würde, ist auf ein pixelidentisches Aussehen zwischen Browsern achten. Ich habe in der freien Wildbahn noch keinen User gesehen, der auf zwei Bildschirmen nebeneinander die Seite anschaut und sagt: „Hoppla, die haben ja den Balken, der ist ja einen halben Zentimeter zu kurz!“. Also der User, der mit Firefox browst, der soll eine konsistente Seite sehen, die im Firefox ordentlich aussieht und einer, der mit dem Internet Explorer browst, soll das im Internet Explorer kriegen, aber nicht mehr pixelgenau. D.h., es fällt dieser Müll mit Divisions, die nicht relevant sind, wieder weg usw.

    Der Initialaufwand barrierearm zu entwickeln ist etwas höher, aber der besteht hauptsächlich darin, im Nicht-Wissen der Entwickler. Also das ist weniger ein technisches oder organisatorisches Problem, sondern, dass die Entwickler ein Recht auf Ignoranz haben und nur das machen, was man ihnen genau sagt. D.h. der Aufwand soll dahin verlagert werden, dass das für den Entwickler selbstverständlich ist, dass er auch weiß, was da Standards sind, wo man das nachschlägt, und was da zu tun ist.

    Eine positive Erfahrung war, dass wir für alle Webauftritte einheitliche Style Sheets bekommen haben und dass die Zugangshürden aus unserer Sicht geringer geworden sind, hoffentlich. Ich persönlich, ich hab das jetzt vergessen, aber für mich ist auch wesentlich, wir sind irrsinnig stolz, wie viele tausende Seiten dass wir haben und was weiß ich was. 10.000 Seiten heißt auch, dass wir unzählige Redundanzen drauf haben. Also wir haben zu bestimmten Fragen haben wir sicher Förderungen oder 10, 15 verschiedene Seiten, die die Dinge anbieten. Dort denke ich, dass eine Reduktion, dass man sagt, o.k., wir haben statt 10.000 nur 1.000 Seiten, aber die dafür wirklich mit eindeutiger und ordentlicher Information, dass des eigentlich ein Ziel ist, des zu verfolgen wäre und wo ich der Meinung bin, dass des für alle hilfreich ist, also dass wenn man zu Förderungen ned 300 Treffer kriegt, sondern nur 20, aber diese 20 Seiten dann alles sind, was wir im Angebot haben.

    Damit möchte ich abschließen und mich bedanken, dass Sie da so tapfer zugehört haben vor dem Mittagessen. [Applaus]

    Klaus Miesenberger:

    Ja, herzlichen Dank für das Durchhalten! Es ist leider schon begonnen worden mit dem Essen, dass das ausgegeben wurde, ist ein bisserl unfreundlich, aber gut, ich hoffe trotzdem, dass wir, dass alle von Vorarlberg barrierefrei überzeugt worden sind, vielleicht nicht unabhängig aber mehr barrierefrei, so war das gemeint. Ich danke für die Aufmerksamkeit, Mittagessen und ich bitte Sie, pünktlich dann am Nachmittag wieder zurückzukommen. Wenn Fragen bestehen in der Situation, würde ich vorschlagen, sich bitte direkt an die Referentinnen und Referenten zu wenden. Danke schön!

Der A-Tag ’08 ist eine Veranstaltung von accessible media und dem BMGFJ