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A-Tag ’08 — Die Zukunft ist heute

Inhalt

Ausgewählter Vortrag:
Wie erreiche ich barrierefreie Internetangebote?

  • 21.11.2008, 11:50–12:35 Uhr, Raum 1

    Tipps für Projektverantwortliche, Ausschreibung und Auftragsvergabe, Qualitätssicherung.

    Barrierefreie Internetangebote umsetzen ist ein Prozess. Häufig werden externe Dienstleistungen eingebunden, sei es für Konzeption, Layout, Umsetzung oder für Werkzeuge zur Wartung der Inhalte. Im Vortrag werden ausgehend von bisherigen Erfahrungen folgende Fragen behandelt: Wie formuliere ich Anforderungen bezüglich Barrierefreiheit in Ausschreibungen? Welche Vorbereitungen sind zu treffen? Wie definiere ich konkret messbare Ziele? Wie beurteile ich Angebote und Anbieter?

    Unterlagen

    Transkription:

    Moderation Klaus Miesenberger:

    Ja, wir wissen um barrierefreies Webdesign, oft heißt es aber, es sind die bösen Designer, es sind die bösen Techniker, aber barrierefreie Websysteme, Websysteme überhaupt zu installieren ist ein komplexer Prozess. Technologie, Informationstechnologie und damit auch das Web ändert Workflows, ändert Ablaufprozesse / Arbeitsprozesse und diese gehören adaptiert, angepasst und müssen überlegt werden.

    Edith Vosta arbeitet im Bundeskanzleramt, ist zuständig Internet, Intranet, Koordination und Redaktion und sie ist damit quasi, sitzt damit quasi in der Mitte dieser Problematik, wie man von einem Auftrag über Anforderungen des Marketing, Anforderungen des inhaltlichen Designs usw. über die technische Realisierung, vorher noch die Ausschreibung usw. den ganzen Prozess begleiten kann, und ich bin schon sehr gespannt welche Lösungen hier das bereits gefunden hat, oder finden wird, bitte Edith.

    Vortrag Edith Vosta:

    Danke schön! Ich hab den Titel, wie erreiche ich Barrierefreiheit im Webauftritt gewählt. Aber er ist natürlich eine Aussage die man so beantworten kann überhaupt? Schau ma mal. Es geht um Grundlagen für Prozesse, für Projekte und Tipps für Projektverantwortliche, für Ausschreibungen, Auftragsvergabe und Qualitätssicherung im Rahmen eines Projekts eben einen Webauftritt zu starten.

    Zuerst fangen wir an mit ein par Zitaten. Sind ein bisserl ältere, aber durchaus auch noch aktuelle Zitate, die in manchen Ausschreibungen so vorkommen können, wie zum Beispiel:

    Zitat: „Bitte machen Sie uns ein Angebot für einen barrierefreien Relaunch!“

    Allerdings ist ein barrierefreier Webauftritt kein fertiges Produkt, dass man einfach nur aus der Schublade ziehen kann. Man muss sich schon mehr überlegen. Schöner Satz kann sein, aus dem Bundes­behinderten­gleich­stellungs­gesetz übernommen: „Nach Maßgabe des Behinderten­gleich­stellungs­gesetzes ist der komplette Internet­auftritt so zu gestalten, dass er für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar ist.“

    Der Satz zielt wenigstens schon auf die Gruppen von Menschen ab, aber wir wüssten jetzt noch immer nicht, welche Anforderungen und wann diese Anforderungen erfüllt sind.

    Zitat: „WCAG muss umgesetzt werden!“

    Schon zumindestens die Benennung der Richtlinien, der internationale Richtlinien, also vom W3C, Richtlinien für barrierefreie Webinhalte, ist aber zu pauschal. Also ohne konkrete Zielformulierungen öffnen wir damit nur Tür und Tor für halbseidene Kompromisse.

    Zitat: „Der Webauftritt muss WCAG-Level-AAA–konform sein.“

    Schon natürlich eine wesentlich konkretere Aussage. Ich beziehe mich nicht nur auf die Richtlinie, ich beziehe mich auf einen Konformitäts-Level. Aber auch da gibt’s Fragen, ob das auch erfüllbar ist für Dienstleister für Webdesign z.B., wenn gleichzeitig Informationsarchitektur, Redaktion, Inhalte, Texte ausschließlich vom Auftraggeber gemacht werden und umgesetzt werden, dort aber Accessibility-Kompetenz fehlt. Wir sehen also, wir müssen konkreter werden, wir müssen das viel mehr differenzieren.

    Zweite Frage dazu ist: Entspricht diese Anforderung überhaupt der Zielsetzung meines Projektes? Also für welche Art von Website, für welche Zielgruppe, die ich damit beliefern will, möchte ich und muss ich AAA-konform sein? Geh ma da mal tiefer rein.

    Das Ganze ist ein Prozess. Es gibt kein Produkt, wir haben einen Prozess. Wir haben Projekte zu machen, die beginnen mit der Vorbereitung, kann eine Ausschreibung folgen, Auswahl / Auftragsvergabe, die Umsetzung natürlich, die Abnahme und es geht letztendlich in den Betrieb. Der Balken da unten ist ganz bewusst da weit hinaus, weil im Betrieb spielen sich wieder Prozesse ab. Damit es überhaupt in den Betrieb kommen kann, heißt es u.a. auch organisatorische Maßnahmen im eigenen Unternehmen zu setzen, das Thema selber im Unternehmen zu verankern, und und und.

    Ganz klar muss man sich bei jedem Projekt machen Ziele und Nicht-Ziele auch festgelegt. Ganz wichtig: Was will ich überhaupt mit meinem Internetauftritt? Es geht um Inhalte, es geht um Entscheidungen, ist es mehr eine Informationswebsite oder ist es mit mehr Interaktion ausgerichtet oder beides? Für wen mache ich den Internetauftritt? Ganz eine wichtige Frage. Zielgruppen müssen definiert und beschrieben werden. Und womit mach ich, erzeuge ich letztendlich den Internetauftritt? Womit werde ich ihn in Folge weiter warten? Mit Werkzeugen, wo die Frage dann dahinter steht: Reicht es aus, ein bestehendes weiter zu verwenden und umzubauen, zu erweitern oder brauche ich eine komplette Leistungsanforderung für eine neue Anschaffung, z.B. eines Redaktionssystems?

    Wenn’s um einen Relaunch geht, ist es sicher ganz gut auch vom Ist-Stand auszugehen, eine Analyse des Ist-Standes vorzunehmen, der sowohl Benutzer-Feedback, Evaluierung und Tests einbindet, wie auch natürlich Eigeninteressen des Unternehmens, in welche Richtung möchte ich mich mit meinem Webauftritt weiterentwickeln, welche neuen Anforderungen sind da, genauso wie, wie schaut die Bedienbarkeit meines bestehenden Systems aus, bin ich damit zufrieden, können meine Redakteure damit arbeiten. Entscheidung wird getroffen in Richtung entweder eines Relaunches, also der mehr oder weniger Veränderung sein kann, wo man auch entscheiden muss, in welchem Bereich will man überhaupt eine Veränderung (nur im Webdesign oder im Austausch des Content-Management-Systems) oder brauche ich eine komplett verbundene Sache, oder geht es um Inhalte und Redaktion, oder geht’s um eine komplette Neuanschaffung oder ein völlig neues Produkt. Schauen wir uns noch kurz das Umfeld an.

    Wer sind die Akteure? Wir haben Planer, Konzeptionisten, natürlich auch Projektleiter drinnen, wir haben Anforderungen vom Marketing, wir haben Anforderungen von Fachbereichen, wir haben Grafiker, Webdesigner, Techniker (produzieren den Code, produzieren oder entwickeln Frontend im Content-Management oder andere Sachen, Erweiterungen oder überhaupt ein ganzes Content-Management-System), wir haben Redakteure (ganz wichtige Gruppe für Inhalte und Inhaltseinpflege), wir haben natürlich auch die Entscheider und am Beispiel Bund, nach meinen bisherigen Erlebnissen kann ich nur sagen, dass können sehr, sehr viele sein. Leider nicht nur einer. Ich hoffe es geht anderen anders. Ganz eine wichtige Gruppe, wir haben die Benutzer.

    Bei den Akteuren, vor allem Planer, Grafiker, Techniker, Redakteur, bei den sag ich jetzt einmal Kernpersonen in den Teams, ist natürlich wichtig zu klären, interne Mitarbeiter möglich, sind Ressourcen und Kompetenzen vorhanden und wofür brauche ich externe Experten und Dienstleister. Also ganz klar: Aufgabe ist, interne Ressourcen und Kompetenzen zu klären für Projekt- und Prozessmanagement, was ich brauch, genauso wie für Konzeptions- und Informationsarchitektur, Webdesign und Grafik, für die technische Umsetzung und für die Online-Redaktion. Ich möchte diesen verschiedenen Gruppen jetzt auch noch Anforderungen mitgeben. Z.B. sollte ein Projekt- und Prozess-Management über User-centered Design, also benutzerzentrierten Designprozess informiert sein. Und sowohl die Informationsarchitekten, Webdesigner, Grafiker, technische Umsetzer und die Redaktion braucht Informationen und Kenntnisse im Bereich Web-Usability und Web-Accessibility, also Benutzbarkeit, Bedienbarkeit und eben Barrierefreiheit, Anforderungen, Nutzen usw.

    Da ist natürlich zu klären, habe ich zu diesem Thema Fachexperten und Berater im Haus oder brauche ich externe? In Summe kann natürlich jede dieser Rolle oder jeder Akteur auch von einem externen Dienstleister besetzt sein. Es kann der Projektleiter extern sein, der eben mit dem entsprechenden Know-how, mit dem Bewusstsein, wie ein Prozess umzusetzen ist, der den Benutzer von Anfang an mit einbindet. Genauso wie Konzeption und Informationsarchitektur könnte auch von extern kommen. In den meisten Fällen ist es so, dass die Projektleitung eher intern installiert ist, genauso die Informationsarchitektur, eigentlich eine ganz wesentliche Sache, auch intern festgelegt wird, und dabei es oft passieren kann, dass zwar ein organisationsbezogenes, mentales Modell abgebildet wird auf eine Informationsarchitektur, aber keines, was einem normalen Menschen einfallen würde und somit fast eine Barriere wieder darstellt, wie z.B. wie können jetzt wieder Informationen gefunden werden. Dieses hierarchische Modell ist weit von dem, was ich mir vorstellen würd, ich suche ein Thema, ich such’ keine Organisationseinheit.

    Edith Vosta beim Vortrag, im Vordergrund die Gebärden­sprach- Dolmetscherin (Bild: Martin Ladstätter)

    Das wird bei uns auch noch weiter ein Thema sein, weil davon sind wir leider weit entfernt, auch im Bundeskanzleramt und in vielen Ressorts, weil einfach die Gewalt der Organisationseinheiten und Entscheidungen, die dort getroffen werden, nicht immer leicht, trotz guter Argumentation, zu umgehen sind. Aber es wird sicher ein Thema bleiben. Es gibt ein gutes Beispiel auch, gerade aus dem Bund, das ich schon auch hier benennen möchte, das ist help.gv.at mit einem Ansatz, über Lebenslagen, über Themen einen anderen Zugang zu schaffen.

    In den normalen Ressort-Webseiten sind wir leider noch nicht ganz so weit. Natürlich geht’s dann um Webdesign, grafisch-technische Umsetzung, das ist das, was am meisten natürlich außer Haus gegeben wird, wofür externe Dienstleister gesucht werden, Ausschreibungen geschrieben werden, während die Online-Redaktion meist wieder im Haus ist, wobei Online-Redaktion auch noch zu hinterfragen ist, wer ist die Redaktion, wer verfasst die Inhalte, wer gibt die Inhalte ein. Da geht’s nicht einmal nur um Barrierefreiheit sicherstellen durch Eingaben im Content-Management-System. Da geht’s simpel auch darum, wer hat die Kenntnisse, überhaupt für ein Online-Medium zu schreiben, also wer kann web-gerecht schreiben. Es sind nicht sehr viele, aber es geht gut vorwärts. Wir haben eine Internetkoordination und –Redaktion. Die ist vor kurzem um zwei Redakteure, einen Redakteur und eine Redakteurin, die wirklich aus dem journalistischen Bereich kommen, mit Online-Redaktion Erfahrung haben, das ist schon einmal etwas Gutes. Aber wir brauchen ja noch etwas, Usability und Accessibility sollten / werden alle diese Akteure für ihre Arbeit brauchen, sind aber in vielen Fällen noch nicht da. Also brauchen wir auch Leute für Beratung, für Tests, für Abnahme. Genau dafür ist in der Vorbereitung Vorsorge zu treffen, dass die wirklich von Beginn an eingebunden werden, entweder extern eingebunden werden, in der Vorbereitung, noch vor der Ausschreibungsformulierung oder durch Kompetenzaufbau im Betrieb selber, Mitarbeiterschulung, Expertenwissen aneignen und das dann intern umsetzen.

    Zuständigkeiten klären ist natürlich klar. Wer macht letztendlich die Planung, wer macht dann die Umsetzung, wer macht den Betrieb? Das kann jetzt unterschiedlich sein, das ist jetzt ein Beispiel. Ein externer Berater macht die Planung, eine Agentur macht die Umsetzung, wobei noch zu klären ist, was genau und im Betrieb intern lauft die Redaktion auch. Da sind natürlich auch wieder entsprechend Sachen zu klären: wo ist welche Usability- und Accessibility-Kompetenz vorhanden, nutzbar auch, weil zwischen vorhanden und die Ressource ist da, also sprich die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter, der die Kompetenz hätte, hat auch Zeit dafür, ist auch noch ein Unterschied, auch das ist zu berücksichtigen. Und wo soll es eben aufgebaut werden?

    Entscheidungen, die weiters zu treffen sind, jetzt seitens des Auftraggebers ist natürlich ich kann etwas komplett außer Haus geben. Es geht help.gv.at ein bisschen in die Richtung. Es ist nicht ganz komplett außer Haus, die Entscheider sitzen natürlich im Haus. Die Inhalte kommen von den Ressorts, aber die Redaktion z.B. oder ein Teil der Redaktion, wird auch von einem Redaktionsteam im Auftrag außer Haus gemacht, wo es eben darum geht, die Inhalte, die aus den Ressorts kommen mit ihnen gemeinsam so aufzubereiten, dass sie verständlicher und leichter lesbar werden, also nicht nur der Betrieb ist außer Haus, also der Betrieb im Sinn von Technik usw. Wenn ich mich entscheide Betrieb intern, ist natürlich die Frage zu stellen, wer macht die Wartung, den Betrieb und ich muss Qualitätssicherung in der Redaktion irgendwie planen und verankern.

    Was braucht die Redaktion? Kenntnisse über Accessibility aus den Richtlinien hauptsächlich, nicht nur, aber hauptsächlich für Inhalt, Inhaltsstrukturierung, Sprache und Ähnliches.

    Wie kann ich einen Betrieb intern machen? Ich brauche ein Redaktionswerkzeug, ein Content-Management-System z.B., optimal auch Prüfwerkzeuge zum Überprüfen meiner Ergebnisse. Für Redaktionswerkzeuge sind andere Richtlinien seitens W3C, WAI, die so genannten Richtlinien für Autorensysteme (ATAG), die in zwei Richtungen tendieren, zwei Sachen unterstützen sollen. Das Eine ist eben, dass die Redakteure in der Erstellung barrierefreier Inhalte unterstützt wird. Kleines Beispiel: Damit ich überhaupt ein Textäquivalent zu einem Bild eingeben kann, brauche ich ein entsprechendes Feld, oder irgendwo eine Möglichkeit im Content-Management-System, um das einzugeben. Viele oder doch einige Content-Management-Systeme haben dieses schon, das kleine Eingabefeld. Aber für lange Beschreibungen haben’s sehr wenig bis gar keines. Andere Frage, die auch noch zu stellen ist: „Habe ich Mitarbeiter im Haus, die selber von Behinderungen betroffen sind, assistierende Technologien verwenden? Muss das Content-Management-System oder soll das Content-Management-System damit selbst im Frontend, in der Bedienoberfläche barrierefrei sein?“ Natürlich ist auch eine Art der Entscheidung, ich habe auch die Technik im Haus, dann ist Qualitätssicherung im Technik-Team zu leisten, Accessibility-Schulungen, WCAG, die technischen, strukturellen Kriterien, die Techniken, bis hin zu Muster, Design-Patterns, beste Beispiele, wie man es umsetzt.

    Bei uns ist es so, dass die Technik mit im Haus ist durch mich. Ich hab’ auch am Content-Management-System mit entwickelt, was zur Zeit im Bundeskanzleramt im Einsatz ist und ich betreue und warte diese Applikation am Server. Damit habe ich Einfluss in den Code und ich kann wenigstens ein paar Sachen machen. Das hat manchmal einen Vorteil. Nachteil: Man hat ziemlich viel Arbeit damit.

    Konkretisieren für Ausschreibungen: Ich muss Bedeutung und Grad der Barrierefreiheit festlegen. Die vorherigen Zitate, die ich gestellt habe, reichen ja nicht aus. Entscheidung treffen, auf welche Richtlinie, auf welchen Standard bezieh’ ich mich? Welche Checkpunkte, welche Erfolgskriterien muss ich wie erfüllen? Welchen Konformitäts-Level, Priorität 1, 2 oder 3, soll ich erreichen? Das bezieht sich natürlich einerseits auf Gesetze oder gesetzliche Bestimmungen und Anforderungen. Z.B. ist im E-Government-Gesetz ja festgehalten, dass wir uns auf internationale Standards beziehen, auch in anderen Gesetzen, was zur Zeit in gültiger Form die Web-Content-Accessibility-Guidelines in der Version 1.0 sind, ab Veröffentlichung der neuen Version eigentlich die Web-Content-Accessibility-Guidelines 2.0 gelten. Dann sind nämlich das die Gültigen, und die werden, Shadi trägts drüben grad vor, doch bald kommen. Es wird Zeit, sich damit intensiv auseinanderzusetzen.

    Welche Check-Punkte, welche Erfolgskriterien? Erfolgskriterium ist schon ein Begriff, Success-Criteria aus der WCAG 2.0, muss ich auch auf die Frage beziehen, wer, nämlich welcher Akteur, ist wofür eigentlich verantwortlich. Also welchen Teil hat der Techniker dafür zu liefern? Welchen Teil hat der Redakteur dafür zu liefern? Und es gibt Check-Punkte und Erfolgskriterien, die sich nur an eine Gruppe auch richten, z.B. die nur für Inhalte zuständig sind und für Textaufbereitung, in Richtung leichte Sprache und andere Sachen. Das wird der Techniker nicht leisten können. Und auch was den Konformitätslevel betrifft ist eine Ausrichtung an Ziel, was möchte ich mit dem Webauftritt erreichen, und vor allem an die Zielgruppen, die ich damit beliefern will, unumgänglich. Weil ich werd’ nicht mit einem single A Konformitäts-Level eine Gruppe behinderter Menschen im Bereich kognitiver Lernbehinderung erreichen können, und ich werde ein AAA nicht schaffen mit Inhalten, die ich z.B. für Dialog und Austausch unter Behörden und im Bund benötige.

    Natürlich geht’s dann noch weiter. Ich kann und soll auch noch weiter konkretisieren, mich beziehen auf Webstandards. Ich kann mich auf Accessibility-Design-Patterns, also auf Muster, auch beziehen. Wir kennen Design-Patterns, vor allem die Techniker kennen Design-Patterns aus dem Entwicklungs-, aus dem Software-Entwicklungsbereich. Es gibt auch Design-Patterns in Computer-Mensch-Kommunikation und –oberflächen. Es gibt sie für Web. Da sind einige schon geschrieben worden und veröffentlicht worden. Es gibt sie auch, langsam angefangen, für Accessibility. Natürlich beste Beispiele, gibt’s auch andere Richtlinien noch, die man berücksichtigen muss, wenn man z.B. mit Dokumenten viel arbeitet oder man will ein Spiel machen, eine Animation, bestimmte Interaktionen oder eine Videopräsentation, die man mit Flash ganz gut realisieren kann, zumindest mit Flash-Player. Dann sind die dortigen Richtlinien für barrierefreie Erstellung, für Zugänglichkeit, mit zu berücksichtigen. Klarerweise auch die Zugangsumgebungen, gewisse Festlegungen, welche Browser, Browserversionen will und soll ich beliefern, mobile Endgeräte ja oder nein, assistierende Technologien wird ein bisserl schwer, welche Versionen und welche Programme, da wissen wir am wenigsten noch darüber, aber auch da müssen wir uns schlau machen. Vor allem, welche sind im Einsatz, welche werden genutzt? Und natürlich auch den Werkzeugbedarf, brauche ich ein neues Redaktionssystem, welchen Schulungsbedarf habe ich damit usw.?

    Eine einfache Möglichkeit, nicht mehr von vielen, ein Ziel und Kriterien festzulegen, wäre, das komplette Internetportal soll ein Höchstmaß an Zugänglichkeit für die Zielgruppen, und dann eine taxative Auflistung und Beschreibung, bieten. Als Grundlage dienen die Anforderungen der WCAG in den Konformitätsstufen 1 (A) und 2 (AA). Und ich lege weiters noch K.O.-Kriterien fest bzw. führe noch explizit an, was ich auf jeden Fall darunter verstanden haben will. Standardkonform linearisierte, semantisierte Kodierung, also XHTML, verstehen dasd die Techniker? Gut. Gemäß Webstandard W3C, und die konsequente Trennung von Inhalt und Gestaltung über CSS-Design. Das sind schon klare Anforderungen. Es gibt bei uns eine Koordinationsrunde der Internetabteilungen der einzelnen Ressorts, was sehr gut ist, weil da wenigstens ein Abstimmungsprozess zwischen den einzelnen Ministerien auch hinsichtlich Internet passiert, die unter anderem schon 2007 ein eigenes Dokument geschrieben haben, eine Checkliste, und verschiedene K.O.-Kriterien definiert haben, die über A hinausgehen und die Entscheidungen wie z.B. ich biete eine Textalternative an, verhindern, dass das gar nicht mehr in die Ausschreibung hineinkommt. Das ist ganz, ganz wichtig. Auch ist es wichtig und das passiert jetzt auch, dass sie sich Gedanken machen über Begrifflichkeiten, gemeinsame Verwendungen, Vereinheitlichung von Begriffen. Benenne ich es Startseite, nenne ich es Home? Es wird sicher ein Thema sein, Sprungmarken und Bereiche benennen und wenn Accesskeys, dann welche Accesskeys. Wäre schon sinnvoll, da eine Vereinheitlichung zu finden, wenigstens in unserem Bereich.

    Ok, gehen wir wieder zurück dem. Man muss natürlich messbare Kriterien festlegen. K.O.-Kriterien werden zu einem Ausschluss führen. Bei den WCAG-Kriterien kann man eigentlich nur sagen, ein WCAG-Kriterium oder Checkpunkt ist erfüllt oder nicht erfüllt. Es gab schon zu wie viel Prozent ist ein Checkpunkt erfüllt. Ich rate dringend davon ab. Es gibt keine prozentuelle Erfüllung eines Checkpunktes. Techniken und Muster, alles was darüber ist, praktische Lösungen, Standards, Quasi-Standards und so liefern Zusatzpunkte.

    Kommen wir noch einmal kurz zurück zu den WCAG-Kriterien, nämlich im Zusammenhang mit ich habe ein Kriterium, z.B. ich brauche ein Textäquivalent zum Bild, also es muss wer Alternativtext schreiben oder es muss ein Feld beschriftet werden. Die Erfüllung des Kriteriums kann nur gemeinsam oder zumindest beide Teile müssen das erfüllen, vom Akteur Techniker erfüllt werden, er muss den Code zur Verfügung stellen. Er muss sicherstellen, dass es im Frontend also richtig rauskommt. Er muss, wenn er für’s Content-Management-System verantwortlich ist, sicherstellen, dass der Redakteur die Unterstützung bekommt, sprich, das Eingabefeld, und am besten auch weiß, was da reinzuschreiben ist. Wobei da geht’s schon zum nächsten Akteur. Der Redakteur ist für den Inhalt dieses Textäquivalentes verantwortlich. Es reicht nicht aus, wenn der Techniker einfach ein Feld zur Verfügung stellt. Jetzt kann natürlich der Techniker aufgrund des Entscheiders oder Projektleiters dieses Feld zum Eingabefeld verpflichtend erklären. Der Redakteur weiß damit aber no immer ned, was er da reinschreiben soll, was manchmal zu durchaus absurden Alternativtexten führen kann, weil damit reine Dekorationen und Platzhalter mit teilweise unnötigen Alternativtexten versehen werden. Und da ist eine Entscheidung zu fällen. Beziehungsweise die Technik muss sich überlegen oder sollte sich überlegen, was bietet sie im Content-Management-System an Unterstützung noch an. Ich lasse das Feld z.B. sehr wohl auch leer, ich überprüfe es nicht als Pflichtfeld, aber ich gebe eine Warnung aus, ich informiere, ich mach dem Redakteur deutlich, hier ist was zu überlegen, bist du dir sicher, ja/nein, wenn du es leer lässt; vielleicht in diese Richtung.Aber man sieht schon, es gibt ein Kriterium, aber es sind einfach mehrere Redakteure damit betroffen. Es gibt auch andere Kriterien, da sind beide.

    Anbieterauswahl: Wie wähle ich eine Agentur mit nachweislicher Kompetenz, im Bereich Barrierefreiheit, aus? Ich muss dazusagen, dass die Agenturen großteils auch von politischen Kabinetten vorgeschlagen werden, von anderen Ressorts vorgeschlagen werden. Es werden Namen vorgeschlagen, die Agenturen muss man einmal kennen lernen und selber einmal abchecken, in wie weit haben die schon Accessibility-Kompetenz. Bei nicht öffentlichen Verfahren, wo wir Anbieterlisten erstellen können, also wo wir selber einladen können, also es liegt unter einem gewissen Wert, den der Auftrag / die Auftragssumme haben darf, können wir natürlich auch schauen und überlegen, welche Agenturen sind uns bekannt bzw. an welche Organisationen kann ich mich wenden, wo ich Beratung bekomme über mögliche Dienstleistungsanbieter, die eben nachweislich Kompetenz, Erfahrung im Umgang mit Barrierefreiheit im Web haben. Aber gehen wir einmal davon aus, dass wir eine brauchen, wir kennen sie nicht. Wie beurteilen wir sie?

    Klarerweise müssen sie Referenzen bringen, Referenzen werden eingefordert, Kompetenznachweise werden eingefordert nach Möglichkeit, Zertifikate, Awards sind gefragt, auch bezüglich Entwicklungsprozess, Know-how, nicht nur bezüglich technischer Umsetzung oder nicht nur bezüglich Frontend-Entwicklung, egal ob das jetzt Webdesign grafisch ist oder Frontend-Entwicklung im technischen Bereich, natürlich auch über Mitarbeiterqualifikationen. Die Profile kann man anfordern. Wir fragen aber auch ab, oder versuchen abzustimmen das Problemverständnis oder Zugang, was eine Agentur mitbringt zum Thema Barrierefreiheit und natürlich auch, welche Erfahrungen sie haben in der Umsetzung von den Kriterien, welche Webstandards sie kennen, welche Beispiele sie kennen usw. Wie kann ich das erreichen? Projektformblätter für die klassischen Abfragen / Referenzen / Mitarbeiterqualifikation usw. wobei diese Formblätter für Mitarbeiterqualifikation um die entsprechenden Felder zunächst natürlich einmal ergänzt werden müssen bzw. Projektbeschreibungen sollten dann Auskunft geben auch, inwieweit sind Benutzer eingebunden worden im Entstehungsprozess schon, in der Abnahme usw. Ist überhaupt getestet worden? Sind Benutzer mit assistierenden Technologien dabei gewesen? Zum Problemverständnis und Zugang, um das ein bisschen abzuchecken, empfehle ich Präsentation, also die Anbieter zur Präsentation einzuladen. Das ergibt zwei Möglichkeiten: ich kann fragen, ich kann Beispiele stellen und aufgrund der Antworten kriege ich einen Eindruck, ob ein grundsätzliches Problemverständnis da ist oder nicht, also entweder ich oder ein Accessibility-Experte, der dann zu diesen Präsentationen mit einzubinden ist. Und ich bekomm’ gleich eine Vorstellung, wie gut oder auf welcher Ebene oder was ich berücksichtigen müsste in weiterer Kommunikation. Wie konfliktfähig, welche Sprache, kommt einer mit einer Marketingsprache (passiert oft) oder ist wirklich jemand da bei der Präsentation, der Fachfragen beantworten kann in jeder Richtung, und zusätzlich ein Umsetzungskonzept. In die Ausschreibung sollte auch schon vorweg rein, wie beschreibe ich überhaupt Umsetzungsprozesse, also wie definiere ich den Umsetzungsprozess, was wird z.B. wann getestet und evaluiert, wer testet, was wird getestet, wie oft und wann, also welche Zyklen lege ich fest, und natürlich die Abnahmekriterien und die Abnahmeprozedur muss festgelegt werden. Aber durch wen, wer beurteilt’s, was sind die Konsequenzen, wenn welche Fehler passieren, welche Nachbesserungen können und müssen gefordert werden?

    Für die Umsetzung auch berücksichtigen, dass auch Lösungen erst im Projektverlauf gesucht werden können, dass man neue und alternative Lösungen aber an den Zielkriterien auch misst, Prototypen erstellt, testet, Stichproben umsetzt und den Fortschritt an den Testergebnissen misst als Qualitätskriterium. Bei der Abnahme ist natürlich das Ergebnis zu beurteilen. Erreiche ich es über einen Schnelltest, brauche ich einen Expertentest dafür? Wer nimmt überhaupt ab, ist zu entscheiden.

    Die Vorbereitung ist wirklich der größte Teil, weil da wird festgelegt, wie das Ganze dann lauft. Es ist natürlich schon möglich, dass ich mit der Ausschreibung einen guten Dienstleister bring, die Accessibility und alles auch wirklich Kompetenzen mit reinbringen. Um das aber entscheiden zu können, also letztendlich die Anbieter vergleichen und entscheiden zu können, brauche ich die Kompetenzen schon. Also brauche ich entweder die Accessibility-Kompetenz im Haus oder ich brauch externe Berater.

    Klaus?

    Ich habe zwei Fallbeispiele noch mitgebracht. Es werden die Folien zum Nachlesen sicher in irgend einer Art und Weise sicher veröffentlicht werden. Es ist einerseits ein kleiner Design-Relaunch, den wir gemacht haben im letzten Jahr, und andererseits eine Ausschreibung, Video-Podcast-Präsentation im Internet, beides vom Bundeskanzleramt.

    Ganz kurz zum Ersten: Es ging einfach um www.bk.gv.at, es ging darum, dass gewisse Veränderungswünsche bestanden, was hauptsächlich aber auf Design und Optik abzielte. Dabei aber auch Struktur verdeutlichen, vor allem in Navigation und Orientierung und Design für neue Elemente.

    Ich les’ nicht alles vor: Analyse des Ist-Zustandes ergab darüber hinaus, dass wir grundsätzlich in unserem Content-Management-System weiterarbeiten können, können wir auch verändern, dass wir Kompetenzen im Haus haben, was Technik, und Usability und Accessibility betrifft, dass wir keine konzeptionelle Änderung vorhaben und dass wir eigentlich schon, was WCAG betrifft, relativ weit sind, aber dass in manchen Details auf jeden Fall Verbesserungsbedarf besteht. Daher Ziel: Relaunch, klar aufgrund des Wunsches in Design und Optik, aber auch anstreben Konformitäts-Level und zusätzliche Checkpunkte, also Detailverbesserungen, die hauptsächlich auf den praktischen Nutzen abzielen sollten.

    Leistungsbeschreibungen waren daher natürlich alles, was zu unserem bestehenden Webauftritt ist, Ziel, Zielgruppen, aber auch die ganzen Rahmenbedingungen. Da ist halt bis jetzt noch Seitennavigationskonzept, ist bei uns in einer ganz bestimmten Form, muss bestehen bleiben, Corporate Design-Elemente, Informationsarchitektur ist auch nicht veränderbar.

    Damit ergeben sich konkrete Anforderungen, die einerseits die Defizitbeschreibungen und die Detailanforderungen beinhalteten, Webdesign, grafisches, oder überhaupt ein Webdesign machen nur dann einen Sinn, wenn ich das auch ausgearbeitet bekomme als XHTML CSS, zumindestens in Form von statischen Seiten, Beispielseiten und Konformitätsstufen A und AA in für den Ausschreibungsgegenstand entsprechenden Kriterien wahren muss.

    Wir haben für mehrere Musterseiten Prototypen erstellen lassen. Das überspringe ich jetzt, das kann man nachlesen, die Zuschlagskriterien, Preis war eher wenig angesetzt. Wir haben Barrierefreiheit in den Zuschlagskriterien definiert, aber nicht in Form von „wir müssen barrierefrei sein und zu wie viel Prozent wird das bewertet“, sondern welche Ideen bringen die Anbieter zur praktischen Umsetzung der Barrierefreiheit auf Basis WCAG 1.0 AA ein. War sehr interessant, was an Konzepten kam und wo keine Konzepte kamen.

    Die Bewertungsgrundlagen war auf der einen Seite Webdesign, sowohl auch schon der Entwurf in Papierform, das ist normal, wir bringen schöne Ausdrucke. Damit fange ich überhaupt nichts an, wir brauchen es auch digital. Die Anbieter waren zur Präsentation eingeladen und die Anbieter waren eben aufgefordert, Konzeptideen zu liefern.

    Damit sind Sachen testbar und überprüfbar, teilweise im Vorfeld, geworden. Aufgrund des Entwurfes kann man schon einmal zumindestens ein bisserl sagen, Farben, Kontraste könnten passen, sind zu wenig berücksichtigt. Zugang und Verständnis für Accessibility war hauptsächlich aufgrund der Präsentation erfahrbar. Und Kompetenz und Erfahrung hinsichtlich der Umsetzung der WCAG, die auch wieder mit bekannten Mustern dann auch vergleichbar sind aufgrund der Lieferungen an Ideen- bzw. Konzeptbeschreibungen. Es kamen unterschiedliche Ergebnisse, aber ich glaub, wir haben den besten genommen.

    Abnahmegrundlagen: Was waren da die Kriterien? Das Webdesign musste umgesetzt werden, XHTML, CSS. Klar war natürlich, dadurch dass wir unser Content-Management-System nicht ändern, haben wir bestimmte Templates und es macht nur dann einen Sinn, wenn ich im Vorfeld, vor der prototypischen Umsetzung mit den Dienstleistern die Templates abstimme, das Grundgerüst abstimme, die Klassen die ich brauch oder andere Sachen, die Grundstruktur, damit das Ganze überhaupt zusammenpassen kann, das CMS erklären, wie setzt es sich dynamisch zusammen.

    Der Mitarbeiter hat aber dann seinerseits natürlich bei der Umsetzung im Testbetrieb auch mitgearbeitet. Und die Abnahme erfolge erst nach Mängelbehebung, die auf Grundlage einer kleinen Evaluierung und Testergebnisse, es wurden Benutzertests durchgeführt, des Tests. Also es war einfach mehr als ein Entwicklungszyklus vorgesehen. Das Eine ist evaluierbar nach Kriterien, es ist testbar und das Testergebnis beeinflusst die Fertigstellung.

    Zum Zweiten, es ist nachzulesen, wie gesagt es geht um Video-Podcast. Wir haben den Service schon bestehen gehabt. Es ging darum, dass wir das bestehende Webservice in den Leistungen, was es bot und auch in der Zugänglichkeit auf jeden Fall den gleichen Standard halten wollten und verbessern wollten auch noch ein Stückerl, wo es notwendig war. Wir mussten eine Ausschreibung machen, weil es um einen längeren Zeitraum ging, geplanter Weise, und damit in ein Auftragsvolumen hineingerutscht sind, wo eine öffentliche Ausschreibung notwendig ist. Dadurch, dass aber, ja, gute Sachen da waren, es waren aber auch durchaus Mängel bekannt, ist das natürlich da reingekommen.

    Worum ging es? Multimedia barrierefrei, Standards und ganz konkret zwei Checkpunkte der WCAG 1.0 in den Stufen A und AA, die ein Muss-Kriterium darstellten. Das übergehen wir einmal. In dem Fall wussten wir nicht, wer anbietet. Also es sind Referenzen von den Anbietern gefordert worden: einerseits betreffend Video-Produktion, sowohl Produktion, Qualität und andere Sachen, andererseits aber auch Referenzwebsites hinsichtlich barrierefreier Zugänglichkeit, und eben Präsentation des multimedialen Angebotes.

    Pilotprojekte wurden anerkannt, wenn keine fremden Referenzen geliefert werden konnten, wie es in dem Fall war. Bewertungsgrundlagen, auch wieder mit Gegenüberstellung was musste sein, was war K.O.-Kriterium, und wie haben wir versucht, über Konzept wieder Erfahrung zu bekommen, welche Kompetenzen hinsichtlich barrierefreien Multimedia da sind. Ich bin am Ende.

    Ganz kurz nur zur Zusammenfassung nochmal: Ich treff’ qualitätssichernde Maßnahmen, die ich aber auch in der Organisation, im Unternehmen verankern muss, also klare Rahmenbedingungen für Ausschreibungen und Auftragsvergabe, die mit Benutzer und Benutzerkontext in Zusammenhang stehen. Grad der Barrierefreiheit im Detail in Richtung Ziel und Zielgruppe ausgerichtet, messbare Kriterien, nachweisliche Kompetenzen einfordern, Entwicklungszyklen festlegen, die Tests und Optimierungsmöglichkeiten beinhalten, inklusive Benutzertests.

    Natürlich ein Minimum an Urteilskraft jedenfalls sich selbst aneignen, wenn ich es selbst noch nicht habe, Berater einbinden, Fachexperten einbinden von Beginn an, gerade was Usability und Accessibility betrifft, aber Accessibility selber im Unternehmen auch verankern. Es muss eine Unternehmenspolitik werden, von der Entscheidungsebene runter bis Umsetzer.

    Was Einfluss hat auf Weiterbildung, Ausbildung und andere Sachen. Und was ganz wichtig ist Punkto Nachhaltigkeit: Die Qualitätssicherung muss in die Betriebsphase dann auch rein, und das hießt immer wieder testen, immer wieder Ergebnisse anschauen, immer wieder überprüfen, immer wieder mit neuen Anforderungen in Verbindung bringen, daraus die nächsten Schritte planen. Also Barrierefreiheit erreichen wir nur über einen sehr, sehr, sehr, sehr, sehr langen Prozess.

    Ich bedanke mich! [Applaus]

Der A-Tag ’08 ist eine Veranstaltung von accessible media und dem BMGFJ