Ausgewählter Vortrag:
Wie wird Web2.0 unser Leben verändern?
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16.10.2009, 09:50–10:25 Uhr, Raum 1
Jeder spricht von Social Media, aber wie kann man diese einsetzen umseine eigenen Ideen und Themen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen? Und ist dies überhaupt eine breite Öffentlichkeit? Welche Bedeutung haben Begriffe wie „Partizipation“, „Open Government“, „Open Access“? Muss ein Staat seinen Umgang mit den BürgerInnen neu überdenken? Und was müssen die BürgerInnen lernen?
Unterlagen
Transkription:

Einleitung Eva Papst: So, herzlich willkommen zum A-Tag 09. Eine Veranstaltung von Accessible Media mit dem Thema „Interaktiv barrierefrei“. Nachdem wir jetzt auch mit dem Ton interaktiv sind, können wir beginnen. Gespannte Aufmerksamkeit ist ja schon da. Herzlich willkommen liebe Gäste. Ohne Sie wäre diese Veranstaltung relativ sinnlos, denn dann gäb’s auch keine Interaktion. Aber auch ohne Referenten. Daher haben wir für Sie eingeladen, Referenten aus dem In- und Ausland zum Thema „Barrierefrei interaktiv Web 2.0“ und was es sonst noch rund um dieses Thema gibt. Eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen, macht im Vorfeld ziemlich viel Arbeit und drum möchte ich es auch nicht versäumen, mich herzlich zu bedanken beim Veranstaltungsteam unter der Koordinationsleitung von Markus Ladstätter auf dem die ganze Nervenlast gelegen hat in den letzten Tagen und Wochen, beim Jo Spelbrink, der für die ganze Designgeschichte verantwortlich zeichnet und sich sehr sehr viel Mühe gegeben hat, alles was Sie an Design an der Webseite oder auch an Printmedien sehen, stammt aus seiner Feder. Natürlich bedanke ich mich auch bei Eric Eggert, auf dessen Codebasis unsere Webseite und auch Ihre Anmeldeformulare gestaltet sind, und natürlich auch bei unserem Rudi Konar, der nicht nur die ganze Sache hier im Techgate gemanagt hat. Sie werden seine Hand noch spüren bei den kulinarischen Genüssen, die Sie heute noch bekommen werden zusätzlich zu den geistigen Nahrungen, und natürlich bedanke ich mich auch, auch wenn die Interaktion hier nicht so toll geklappt hat, bei der Webseite für das Wetter. Wir merken heute ein kleines bisschen Verbesserung gegenüber den letzten Tage. Offenbar ist sie noch nicht ganz so barrierefrei, irgendwo hat’s nicht geklappt, aber vielleicht klart’s im heutigen Tag noch auf, aber auf der anderen Seite werden Sie sonst vielleicht von der wunderbaren Aussicht hier abgelenkt und so können Sie wirklich dem Gegebenen lauschen.
Eva Papst, Vorsitzende des Vereins „accessible media“ begrüßt die Anwesenden.
Eine solche Veranstaltung funktioniert auch nicht ohne das berühmte Geld und daher bedanke ich mich herzlich auch bei unseren Sponsoren. Ein Premiumpaket haben gebucht: Die Firma aforms2web. Sie unterstützt private und öffentliche Stellen mit dem Formularwesen sei es nun auf Papier bis hin zum barrierefreien Onlineformular. Auch BrowseAloud hat ein Premiumpaket gebucht, das ist eine Sprachausgabe auf Webseiten um sozusagen die Augen zu entlasten und mal zuzuhören. Das Bundeskanzleramt Österreich, das mit gutem Beispiel vorangeht, denn ohne öffentliche Stellen funktioniert natürlich nichts. Das Bundeskanzleramt hat für die Webseite „HELP.gv.at“ auch eine Goldene Biene schon bekommen, ruhen sich da nicht auf den Lorbeeren aus, sondern unterstützen uns auch tatkräftig weiter. Auch das Bundessozialamt unterstützt unsere Veranstaltung mit einem Premiumpaket, die ja durch die Beschäftigungsoffensive und vielen Printmaterialien, Informationen und auch durch Schlichtungen das barrierefreie Wesen, die Gleichstellung unterstützt. Die österreichische Computergesellschaft, allen sicherlich bekannt, richtet beispielsweise am 28.10. eine Veranstaltung in Klagenfurt aus „Chancengleichheit durch Technologie“ und ist auch sonst zum Beispiel barrierefreier ECDL mit dem Thema Barrierefreiheit verhaftet. Ein Sponsor, dem wir auch ganz besonders danken, ist die Stadt Wien.
Die zeichnet sich ganz einfach dadurch aus, dass sie seit fast zehn Jahren nun am Ball barrierefrei dranbleiben und immer wieder den Dialog mit den Zielgruppen, mit den behinderten Menschen, suchen, und von uns Input fordern. Last but not least, die Wirtschaftskammer Österreich, wir sind sehr froh, dass wir in der Wirtschaft auch Partner haben, denen das Thema Barrierefreiheit sehr wichtig ist. Wir durften dort schon etliche Male referieren und hoffen natürlich auch, dass sie uns tatkräftig weiter durch ihre Medien auch weiter unterstützen, denn Netzwerk, das ist etwas ganz Wichtiges und das ist eigentlich auch unser Hauptanliegen von accessible media. Barrierefreiheit muss einfach besser vernetzt werden und dafür sind auch Sie, liebes Publikum, heute hergekommen, um in Ihrem eigenen Bereich möglichst viel Barrierefreiheit umzusetzen. Ein paar Worte zum Ablauf und dann bin ich auch schon fertig. Wir haben genügend Zeit für die Pausen eingeplant, damit Sie Interaktion nicht nur zum Thema Web sondern auch in der Kommunikation haben können. Nutzen Sie die Gelegenheit, sprechen Sie mit den Referenten, sprechen Sie untereinander, knüpfen Sie Kontakte, damit wir noch ein viel größeres Netzwerk werden. Bei den Pausen, vor den Pausen möchten wir gerne Gelegenheit bieten, bei den Vorträgen noch Fragen zu stellen, was sich nicht ausgeht zeitmäßig, dann bitte auch in die Pausen zu verlegen. Vergessen möchte ich nicht, dass unsere Hauptsponsoren auch Aussteller sind. Ich möchte Sie herzlich bitten, diese Aussteller auch zu besuchen, auch wenn sie nicht gerade im Foyer sitzen sondern ein bisschen abseits, damit dort auch Ruhe herrscht.
Denken Sie bitte auch daran, dass die Aussteller und die Sponsoren die Einzigen sind, die für diese Veranstaltung Geld hinlegen mussten und ich denke, es wird auch für Sie gut sein, die Aussteller zu besuchen und zu sehen, wer alle da ist und was sie so an Information bieten und was auch Sie wieder für Ihr Netzwerk selbst gebrauchen können, mit nach Hause nehmen können. Ich wünsche Ihnen einen Tag mit sehr viel Information, mit sehr viel Motivation, mit sehr viel Interaktion, und bleibt mir eigentlich nur noch zu sagen: Was ich vergessen habe, wird dann mein Moderator an Sie weitergeben, wenn’s geht, schalten Sie bitte Ihr Handy auf lautlos. Sie können hier WLAN nutzen, ja und, jetzt bitte ich unseren Moderator ans Mikrofon. Durch die Veranstaltung führt Sie Eric Eggert.
(Applaus)
(Pause)
Moderation Eric Eggert: Vielen Dank Eva. Ich möcht mich auch noch mal bei Allen bedanken, die hier sind und die, ja, die diesen Tag quasi möglich machen, dadurch dass sie da sind. Ohne Zuschauer ist es auch immer ein bisschen blöd, ja, Eva hat natürlich nichts vergessen, ich möchte noch auf ein paar weitere Dinge hinweisen. Zum Beispiel haben wir ein äh Twitter Hashtag, das heißt, wenn hier Leute sind, die Twitter nutzen und ich hab das in den letzten Tagen ein bisschen beobachtet, da gibt’s ein paar, dann bitte taggen mit dem Tag „atag09“, und genau dasselbe gilt auch für Fotos, wir holen zum Beispiel die ganzen Fotos vom Flickrdienst auch auf die Webseite. Ja, das war eigentlich das, was ich noch anmerken wollte und damit sind wir eigentlich ziemlich pünktlich für den ersten Vortrag, und zwar Max Kossatz darf ich auf die Bühne bitten. Max Kossatz kennt man vor allem von seinem Blog „Wissen belastet“. Er hat auch die grünen Vorwahlen mit initiiert und sich dort, ja, dort mit geholfen und beruflich beschäftigt er sich als Mitbegründer von Domsich, Kossatz & Steinberger Beratungs OEG mit Markt- und Meinungsforschung im Internet und da nutzt er vor allem auch Social Networks, Social Communities, Blogs und Foren, und ja in seinem Vortrag wird er vielmehr über die soziale Bedeutung des Internets sagen und wie wir damit umgehen wollen und, ja, wie das in Zukunft aussehen soll. (..) Bitte.
Max Kossatz: Hört man mich? (Applaus) Ja und danke. (Applaus) Danke für Einleitung. Guten Morgen. Ich möchte ein bisschen über Web 2.0 erzählen und was das bedeutet für uns in der Zukunft. Das ist ein Comic von Geek And Poke, eine Webseite, die ich sehr gern mag, die jetzt sagt vom Prinzip „follow me on Twitter and you will be the first one to know what I eat for breakfast… the Obama way”. Zuerst mal kurz zu mir: Das bin ich mit zehn Jahren mit meinem ersten Computer, ich bin seit zwanzig Jahren im Internet. Eric hat eh schon sehr viel über mich gesagt, was ich mache. Hab mit Accessibility jetzt im Endeffekt eigentlich nicht sehr viel zu tun in dem Bereich, mache mehr im Social Media-Bereich und Web-Bereich. Ja(..) warum Social Media? Das ist immer die große Frage, die kommt am Anfang, bringt das was und so weiter. Dazu möcht ich nur zwei Zahlen nennen, die Sie in unserem Video auf YouTube, das heißt „Social Media Revolution“, kann man sich mal in Ruhe anschauen, ist ein sehr lustiges Video, weil es sehr viele Zahlen zeigt und in dem Video kommt da zum Beispiel vor, dass Facebook, wenn Facebook eine, ein Land wäre, wäre es die viertgr(..), das viertgrößte Land der Welt.
Letzte technische Vorbereitungen vor dem Vortrag
Es ist(..) der Vergleich hinkt natürlich extrem, aber er ist, er ist sehr plakativ, ja. Genauso wie der Vergleich der zweite auch, das Ashton Kutcher und Alan, Ellen Degeneres mehr Twitter-Follower haben als alle, als die ganze Bevölkerung von Irland, Norwegen und Panama zusammen. Also nur, also wenn Ashton Kutcher was twittert, erreicht er damit zwei Millionen Leute oder so ja(..) und da gabs einen großen Vergleich auch in in Amerika, das war recht lustig in bei bei einer Lateshow beim David Letterman…, wo, David Letter… hat ‚ne Einschaltziffer von zwei bis drei Millionen pro Tag und der As(..) Aston Kutsher erreicht eine Million so ganz einfach, ja. Also da ist der Vergleich, was ist dann das Massenmedium schon sehr nah dran im Endeffekt. So(..) ein paar Beispiele dazu: Ich nehm als Beispiel das Twitter ist auch ein paar Skurrilitäten dazu auch(..) das erste ist keine Skurrilität, das ist Vielen bekannt, das war damals wie in in Mumbai dieses, dieses Hotel besetzt worden ist und bombardiert worden ist, da hatte Twitter eine sehr große Funktion gehabt, weil sehr viele Inder da getwittert haben da-davon und sozusagen das gesagt haben der Öffentlichkeit, was da passiert, wo jetzt die die Attentäter sind und so, das Gleiche gibt gibt’s ja auch im Iran, bei der, bei der Revolution gewesen.
Also das sozusagen dieses grassroot journalism ist da sehr wichtig im Endeffekt. Und zeigt halt sehr schön, w-wie, was so was kann. Es gibt natürlich auch skurrile Beispiele wie dieser Schnitzeltag, das sind Leute aus New York, rich Kids, die halt irgendwie einen Truck sich gebaut haben, aus dem heraus sie Essen verkaufen, auf der Straße und halt irgendwie über Twitter bekanntgeben, wo sie gerade stehen und dann dieses Essen verkaufen und bis die Polizei kommt, dann fahren sie wieder weiter, ja? Also ist so nur ja (….) Anderes extre- anderes Beispiel Starbucks zum im kommerziellen Bereich ist Starbucks, die auf Twitter sehr aktiv sind und sehr viel machen, was sehr interessant ist, dort kann ich weltweit jederzeit hintwittern, ich bin jetzt da und da, wo geht’s zum nächsten irgendwie Kaffee irgendwas billiger und die antworten innerhalb von zehn Minuten, dann haben wir, haben auch schon über 300.000 Followers, also das ist eine Community, die sie permanent betreuen und halt sehr interessant zu sehen, was man mit so was auch machen kann. Des san nur so Beispiele, was man mit (..) so grob abgesteckt, was man alles machen kann, damit (..) anderes Ding ist, da kommen wir in den Visualisierungsbereich und Crowdsourcing-Bereich auch hinein, das ist eine Animation, wo jemand aus England über zwei Tage hinweg verfolgt oder so was, wenn die Leute Snow twittern, also Schnee, das es jetzt bei mir schneit und hab daraus eine Animation gemacht, wo man halt sieht, wo es schneit. Ich spiel die mal ab die Animation (Animation beginnt im Hintergrund: Klingelton, Musik) die Musik ist nicht so wichtig dabei. Ist die klassische esoterische Musik bei solchen Animationen, ja, aber die Animation selber ist recht lustig, ja. auf dem was man sieht ja.
Also man sieht so, es ist wie ein Wetterdienst im Endeffekt. Man sieht eigentlich sehr schön, wie die Leute das dann bekannt geben, wo sie gerade, wo gerade getwittert werden soll und so weiter. Also wo es gerade schneit in dem Fall. (Animation: Musik läuft weiter) Ist ja gleich vorbei die Animation, also es sind immer so weiße Punkte, die aufpoppen, dort wo es grad schneit und wo es mehr schneit und so. (Animation endet) Ja. Es sind-war nur mal, nur mal so Beispiel, um ein Gefühl zu bekommen, wie groß die Bandbreite von dem Ganzen ist, jetzt nur auf Twitter bezogen. Es gibt also hier nur die Frage, wirkt so was auch? Kann ich damit etwas zu erreichen, sei es politisch, sei es irgendwo anders. Dazu ein Beispiel von Amerika, das ist ungefähr ein Jahr alt, das ist ein Pharmakonzern, der vor einem, glaub ich im Oktober des letzten Jahres eine große Kampagne gelauncht hat für ein neues Schmerzmittel. Ich spiel den Spot amal, der ist eh auch mit Text, also und (..)(Video: Wearing your Baby seems to be in fashion. I mean in theory it’s a great Idea! There is the front baby carrier, the sling, the shwing, the wrap, the pouch and who knows what else they come up with. Wear your baby on your side, the front – go hands free! Supposedly it’s a real bonding expierience. They say that babies carried close to the bod tend to cry less than others. But what about me? Do moms that wear their babies cry more than those that don’t? I sure do. These things put a ton of strain on your back your neck your shoulders (..) did I mention your back? I mean I’ll put up with the pain. Because it’s a good kind of pain (..) It’s for my kid. Plus it totally makes me look like an official mom. and so if I look tired and crazy, people will understand why.)
Also das ist ein Schmerzmittel, dass man auch während-wenn-wenn man selber auch stillt als Mutter nehmen kann, und war eine große Kampagne, haben sie auch Preise dafür gewonnen für den Spot, der ist auch sehr gut gemacht, sie haben halt nicht-nicht gecheckt, was die Reaktion gewesen ist, weil’s geglaubt haben, vor allem auf Twitter, die Twitter-Mums (Musik beginnt im Hintergrund), die massiv dagegen argumentiert haben, dass das was soll das … ist, das Baby selber tragen, kann doch nicht schlecht sein und warum soll, soll ich jetzt ein Schmerzmittel nehmen müssen und so weiter und haben dann massiv dagegen argumentiert, also okay, nie wieder Motrin? (..), nie wieder dieses Schmerzmittel, nie wieder diesen Konzern und so weiter, also das san alles nur Beispiele, was das, was man sieht, wo „I agree. NO to Motrin“ … und so weiter, also nur solche Sachen und im Endeffekt musste dann der Konzern, der hat dann gesagt, okay, er hört den Leuten zu und musste dann vom Prinzip die ganze Kampagne einstampfen. Also nur als Beispiel irgendwie, das ist schon ein Jahr alt. Also eins der ersten Beispiele, wo es so gut funktioniert hat, also sie mussten das alles von der Webseite runternehmen und die ganze Kampagne eingestampft, weil sie gemerkt haben, dass sie damit, dass das nicht funktioniert so. Ja. Und dass sie gegen diesen Druck aus dem Social Media nicht ankommen. Nur sozusagen als Beispiel dafür. Wobei man hier auch immer sagen muss, dass, da muss man auch aufpassen, in dem ganzen Social Media-Ding, denn es gibt natürlich auch, das ist ein sehr schönes Beispiel, das mir sehr gut gefällt ist, ist eine Facebook-Seite, die hat, aus Kopenhagen, die hat jemand, ich glaub, die ist vor ‚nem halben Jahr gewesen, im Frühjahr war es heuer, gestartet war in Kopenhagen gibt’s einen sehr bekannten Brunnen. Ja.
Ich war noch nie in Kopenhagen, ich kenn den Brunnen nicht, aber der ist irgendwie so ein Wahrzeichen der Stadt, ja, dann hat jemand eine Facebook-Seite gestartet, wo er gesagt hat: Aufpassen, die Stadtverwaltung möchte diesen Brunnen entfernen, ganz einfach niederreißen. Hat innerhalb von drei Tagen 27000 Mitglieder auf Facebook gehabt, ja, und große Aufregung, der-die Stadt möchte den Brunnen niederreißen und so weiter und im Endeffekt wars natürlich ein Fake ja. Also es war nur ein Sozial-ein Experiment eines Sozialwissenschaftlers um zu schauen, wie Leut’ drauf reagieren auf so was und es gibt da, da gibt’s den Evgeny Morozov, der sich mit die- mit diesem-diesem Thema beschäftigt, er hat auch den Überbegriff Slacktivision, wo’s es ja darum geht, dass man-man fühlt sich ganz einfach gut, wenn man auf Facebook oder auf Twitter irgendwelche Petitionen unterstützt, ja, oder irgendwas unterzeichnet, das ist sozusagen ein gutes Feeling, aber es kann auch sein, dass es ein Fake ist oder dass das Ganze auch gar nix bewirkt. Ja. Da muss man immer sehr schauen, da muss jeder auch an seiner Social Media Literacy arbeiten, wie man damit umgeht und das hinterfragen auch immer. Also es wird da oft sehr zu wenig auch hinterfragt, was da passiert im Endeffekt, ja. Also der-der schreibt ein sehr guten Blog-Blog der Evgeny Morozov „Netpunkt Effekt“ heißt der. Ist auf jeden Fall sehens- und hörens- also und seine Vorträge sind auch sehr sehenswert dazu. Ja. Ja, jetzt kann man sich natürlich fragen, und wie soll zum Beispiel ein Staat drauf reagieren oder ein Land, ja? Was-wie kann die mit so was umgehen? Was kann da passieren? Und da gibt’s auch ein paar schöne Beispiele und auch ein paar schreckliche Beispiele.
Was, was mir sehr gut gefällt ist das vom Guardian, also die englische Zeitung. In England gab’s da das Problem mit den ganzen, Spesenskandalen der Abgeordneten, dass die ihre ganzen Spesen irgendwie falsch verrechnet hatten oder zu viel verrechnet hatten und auf Druck der Bevölkerung auch hat dann der Staat alle diese Dokumente öffentlich gelegt, also es san 400- über 400.000-458.832 Dokumente, hat die alle also in Papierform öffentlich gelegt, so nach dem Motto „friss oder stirb“, weil sie-weil-weil er sich gedacht hat, och, das wird Jahre dauern, das durchzuarbeiten diese Papiere ja. Und da auf irgendwas drauf zu kommen. Und der Guardian hat alle diese 458.000 Seiten eingescannt und eingestellt und ein Crowd-Sourcing Projekt draus gemacht hat. Jeder soll-kann sich Seiten anschauen und soll bitte nur sagen, wo auf diesen Seiten was Interessantes drauf sein könnte. Und sie haben innerhalb von (..) net einmal zwei-zwei oder drei Monaten fast die Hälfte der Seiten schon durchgescannt und haben schon irrsinnig viel gefunden. Also da gibt’s dann so Statistiken, dass die-die Labour Party Mitglieder mehr fürs Fernsehen, für den Fernseher zahlen als die Konservativen zum Beispiel. Oder so.
Also so, ganz komische Zahlen im Endeffekt, also das ist natürlich ein work-in-progress, wo sie sehr viel noch rausholen werden. Sie haben auch schon einige Parlamentarier damit zum Rücktritt gezwungen, weil sie gedeckt, also aufgedeckt haben, dass die halt im Monat, also da gibt’s Seiten, wo sie im Monat einige tausend Pfund für Reinigungskosten auf-ausgeben und solche Sachen. Und des schaut, wie des schaut vom Prinzip so aus, jeder kann da mitmachen. Krieg ich dann so eine Invoice, die dann teilweise auch geschwärzt ist, weil das betrifft halt nicht das, was eingereicht worden ist, in dem Fall eine Hotelrechnung und ich halt ein Recht sozusagen-sagen, dass da ein Claim drauf ist, dass das was Anderes ist, improved ist, no interesting, not interesting, interesting, interesting but known und so weiter und kann so jeder, der will, kann da irgendwie Seiten reviewen. Und so haben fast dreißigtausend Leute mitgeholfen schon das zu durchschauen und sind somit weitaus schneller als alle anderen Möglichkeiten, die es gibt in dem Bereich, ja. Und damit – und damit hat na-hat natürlich England selber nicht gerechnet, dass das so schnell geht, ja, weil sie sich ja gedacht haben, dass die dafür Jahre brauchen im Endeffekt, ja. Also es ist ein sehr schönes Projekt vom Guardian, der Guardian macht auch sehr viel im Social Media Bereich, ist mit der New York Times wahrscheinlich die Zeitung, die am meisten voran ist und wirklich interessante Projekte macht, auch Visualisierungsprojekte sehr schöne.
Ein anderes Beispiel aus Amerika, wo der Staat selber agieren kann in dem Bereich und das betrifft jetzt auch diesen Bereich „open data“ und wie ich mit Daten prinzipiell umgehe in einer globalisierten vernetzten Welt, ist das IT Dashboard der US-Regierung, wo sie für alle fünfzig Agencies in Amerika, angefangen vom FBI, CIA und so weiter, sehr detailliert eigentlich zeigen, wie im IT-Bereich Geld verge-verwendet wird, ja. Also es geht drum, da gibt’s ein Overrating, da gibt’s ein Ansprechpartner, man kann wirklich ins Projekt reinklicken bis hin zu welcher Firma, wann wie viel Geld bekommen hat und so weiter. Ist natürlich überhaupt nicht nachvollziehbar, ob das wirklich stimmt, ja. Nur ich sag in solchen Fällen dann immer, da bin ich lieber gut belogen als dumm gestorben im Endeffekt, ja. Also, das-das ist ja so oder? (lacht) Also und das ist, aber, des ist sehr interessant zu sehen auch mit den Ratings und ob sie ihre ihre Timeframe einhalten und so weiter und sofort, wirklich a spannendes Projekt, weil’s wirklich so tiefgehend ist und so riesig ist und auch alles mit APIs dass man drauf zugreifen kann, die Daten verwenden kann, die Daten kann man vermangeln, für Mash-ups verwenden und so weiter. Also’n interessantes Projekt. Es gibt natürlich auch ganz brutale Projekte, es ist, das san solche Seiten, also in Amerika ist es üblich, ist es möglich in vielen Bundesstaaten, als wenn du verhaftest wirst, sei es, was dir da passieren kann aufgrund der(..) der Rechtsstruktur auch für-für Falschparken oder für irgendwie zu schnell fahren, das ein Mugshot von dir gemacht, also ein Foto von dir gemacht wird und es gibt einige Bundesstaaten, die diese Fotos sofort online stellen, ja. Also (..) in Echtzeit ist wenn’s du verhaftest wirst, steht genau dort, ist ein Foto online. Mit Name und allem, mit deinem Vorstrafenregister und so weiter und so fort. Ja.
Max Kossatz trägt vor und zeigt dabei auch YouTube-Videos.
Und da gibt’s da halt so Seiten, wo man halt so Statistiken sieht, um welche Uhrzeit die meisten Leute verhaftet worden sind und so weiter, wie alt sie sind, welche Rasse sie haben und und und. Also die Amerikaner gehen da extrem weit, also bei in Klein-Texas zum Beispiel kann man bei den Polizeistationen sehen, äh, danke (lacht leise) bei den Polizeistationen sehen, wann welche, wo gerade welcher Polizeiwagen im Einsatz ist bis zur Adresse und was für’n Art des Falles es ist, ja, ob’s ein Mörder ist oder ob’s irgendwie eine irgendeine andere Übertretung ist und so weiter. Da ist natürlich die Frage dann, ob man so was will, ist a andere Frage. Datenschutztechnisch und so weiter, ja. Des war nur mal so, um so a Bandbreite zu zeigen, was ein Staat machen kann. Es gibt da noch viele, viele andere Beispiele, des sind sozusagen die Extrembeispiele und die mir auch am besten gefallen hat in der Hinsicht. Gut.
Jetzt kommt der große Punkt Participate. Wie kann man selber oder was was passiert in Österreich zum Beispiel in dem Bereich, was passiert im Social Media in Österreich in dem Bereich und da gibt’s a paar, grad in Österreich gab’s in den letzten Monaten ein paar sehr interessante Projekte, was mir, was, was ich sehr spannend gefunden ham, war zum Beispiel diese CERN-Petition gegen den Ausstieg aus CERN, weil ich, weil-weil-weil des is auch wo ich eigentlich hinwill auch mit dem Vortrag hier, dass dieses Ganze für NGOs sehr interessant ist, weil eigentlich ist dieser CERN-Bereich ein Nischenthema, ja, wo wahrscheinlich 99 Prozent der Österreicher nicht wissen, was das eigentlich, was dort passiert und was das eigentlich ist. Trotzdem haben sie innerhalb von einer Woche so, glaub ich, 32.000 Unterschriften dafür bekommen und haben, haben das geschafft, dass der Minister Hahn das zurückziehen musste, ja. Und des find ich, ist a Supererfolg, ist auch ein Erfolg fürs Internet im Endeffekt gewesen, weil’s sie erste Mal in Österreich wo so was so umgesetzt worden ist. Ja. Also für ein für ein Nischenrandthema-Thema wirklich a toller-a toller Erfolg.
Ein Projekt, wo ich auch selber dabei war, warn die grünen Vorwahlen, oder sind die grünen Vorwahlen die laufen ja noch. Also das Projekt läuft noch, wo ist da, wo es vom Prinzip darum geht im Wiener Grünen haben wir ein Statut, dass man als Unterstützer als Nichtpartei-Mitglied auch mitbestimmen kann, wer auf die Landesliste für die Gemeinderatswahl kommt und wir ham halt gesagt, wir machen einen Vorwahlkampf vom Prinzip, wir mö—wir fordern möglichst viel Leute auf Unterstützer zu werden, damit die Leute, die auf diese Listen wollen und ins-in Gemeinderat wollen vor der Wahl vor dem Landesparteitag, wo es bestimmt wird, einen Wahlkampf führen müssen in der Öffentlichkeit auch, ja. Und des war sehr, war ein sehr spannendes Projekt, weil wir ham fast fünf(..) also vierhundertfünfzig Leut’ dazu ge-gebracht, dass sie das unterschreiben und es wurd aber die Hälfte aufgenommen zum Beispiel. Also da, da hat sich dann eine Diskrepanz gezeigt auch zwischen Wahrnehmung der Partei nach innen und nach außen, was sehr spannend war, also da könnt i’, ich könnt über die Grünen Vorwahlen könnt ich stundenlang reden, ja, und da könnt ich auch sehr emotional werden, aber ich will jetzt net(..) (sehr leises Lachen im Hintergrund) anderes Thema, wa-was, dass das Spannende war daran ist die Medienaufmerksamkeit. Also wir haben mit null Budget, ja und null Aufwand und ohne Presse einen Medienauf— eine Medienmappe, die `s irgendwie jetzt ein Meter dick oder so ja und auch so Vergleiche wie, es gab einen acht(..) also das Sommergespräch mit der Maria Vassilakou mit den Grünen hatte um die 340000 Zuschauer im Fernsehen ja. Der Acht-Minuten-Beitrag im Report über die grünen Vorwahl-Wahlen hatte 100000 Zuschauer mehr, ja. Also das zeigt doch die Wertigkeit von dem was, wo die, wo die, wo die Leute dran interessant sind(..), also was sie interessiert und so weiter.
Und das, das Thema grüne Vorwahlen und das Thema Partizipation in Österreich und in der Politik wird sicherlich auch durch dieses Projekt noch lange einen Nachhall haben, ja. Ob positiv oder negativ für wen auch immer is a andere Frage, aber es hat, es hat ziemlich viel bewegt, ja und das war extrem spannend. Ist noch immer extrem spannend, wie damit umgegangen wird. Aber wie gesagt, das ist a eigener Vortrag, da kann i wirklich stundenlang drüber reden. Ein anderes Projekt, dass ich noch mitgemacht hab, war Urlaub mit Freunden, ist, es ist, es wurde damals aufgrund wie-wie das Innenministerium gesagt hat, dass in Kärnten ein, also ein Asylerstaufnahmezentrum kommen sollte und Kärnten sich dagegen gewehrt hat, haben wir ein-diese Aktion gestartet und da ist auch wieder das Spannende daran, war diese wie unter Anführungszeichen einfach es war. Also wir san Samstag Abend bei mir am Dach gesessen beim Grillen ja, haben die Idee gehabt, da muss man noch was machen dagegen, am Sonntag hab ich die Domain gekauft, „Urlaub-gekauft- Urlaub mit Freunden“ und fünf Euro, Montag hamma die Webseite gemacht, Dienstag um neun in der Früh sind wir online gegangen, um 9:30 Uhr hat der ORF angerufen, um 14:00 Uhr waren sie bei mir und um Mitternacht war’s in der ZIB24, ja. (Leises Gelächter im Hintergrund) Ja. Also ganz einfach. Wir haben jetzt 823 Unterschriften, es wärn viel mehr, aber es-wenn man auf-auf on also auf orf.at ein Eintrag auf der Startseite mit einem Asylthema ist, bricht ein Server ganz einfach zusammen, ja. Ham(..) das ist auch eine Erfahrung, die wir dadraus gelernt ham.
Und, was für mich das Schön- was für mich der schöne Erfolg war, waren solche Sachen, dass dann auch das BZÖ Presseausteilungen machen musste, wo sie dagegen sind, gegen das Urlaub mit Freunden, ja, also, die mussten gehen, Geld in die Hand nehmen, um eine OTS-Meldung zu machen, ich nicht, ja, im Endeffekt, ja. Also das sind so schöne Effekte wie einfach es eigentlich ist, da was zu erreichen und es hat auch eine Diskussion ausgelöst, die sehr spannend war dazu, ja (….) Ein anderes Beispiel ist jetzt auch ein ganz aktuelles, es gibt auf der auf Facebook von Rudolf Fussi also diesem Eurofighter-Gegner damals, eine Seite und eine Gruppe, die heißt, die SPÖ muss mehr links werden, ja und SPÖ-Neustart. Muss es, muss jetzt nicht interessant sein, aber er hat auf dieser Gruppe jetzt 817, ich glaube, jetzt san’s schon a bisschen mehr, Mitglieder. Das Spannende ist nur die offizielle SPÖ-Seite auf Facebook, ja, hat 825 Mitglieder, ja. (Gelächter) Und das Spannende ist auch, dass diese Fussi-Seite am letzten Sonntag in der Kronenzeitung plötzlich groß in diesem am Sonntag gibt’s immer diesen Politik irgendwas, waß net wie der Redakteur heißt, der hat immer so’ne Kolumne hat so ‚ne ganzseitige. Wurde diese Seite plötzlich diskutiert, also `s, wie einfach auch hier wieder, wie einfach es ist in diese Medien zu kommen damit und wie interessant also was man damit alles erreichen kann, ja.
Ein anderes Thema ist dann noch in dem Zusammenhang, kommen wir wieder zu dem Open Data zurück, das ist ein Video von mir, das i’ jetzt einmal spielen lasse, auch wieder ohne Ton dazu erkläre, wo sie auch wieder, das – das hängt in dem Ganzen immer zusammen auch die Visualisierung mit Daten, mit Zugängen, mit damit umgehen und so weiter und darüber sprechen und den Rückkanal und sofort. Es ist ein Video, wo ich ganz einfach mal hergegangen bin und von den Wiener Linien Seiten mir irgendwie alle Daten rausgeholt habe, wann in Wien (..) in Wien von die die zugängig sind, waren in Wien, wo ein Bus eine Straßenbahn in einer Station steht. Und hab die dann visualisiert damit man sieht, was in Wien passiert, was es heißt, einen Verkehr zu betreiben in Wien, ja. Und es fangt halt zu Mittag an und man sieht das halt, das, was weiß ich, irgendwann um 18:00 Uhr ist ganz, da sieht man die Zahl schön, dass 300 Busse und 300 Straßenbahnen in Wien in einer Station stehen, ja also, dass 600 dieser Dinger unterwegs sind, ja. Und man sieht dann halt, wenn es Nacht wird mit dem, sieht man auch sehr schön, wie es weniger wird und wo sie sich dann in die Remisen zurückziehen und sofort und jetzt um Mitternacht wird’s dann spannend, es is-da-da geht’s nur darum, ein Gefühl zu bekommen, was, was in dem Fall, Start ist oder was Daten sind, da gibt’s ja viele Visualisierungen jetzt momentan, ein sehr großes Kapitel, also jetzt sieht man halt, wo die ganzen toten Punkte jetzt aufpoppen, ja, wo die Remisen sind und so weiter. Jetzt fahr’n halt die Nachtbusse und dann geht’s wieder zum Tag über. Ist nur ein Beispiel, in wo man sieht, wie eine Stadt, wie eine – in dem Fall – Stadt funktioniert, das kann natürlich auf anderen Ebenen funktionieren auch. Visualisierung ist momentan ein Riesenthema auch im Social Web, im Social Media zu zeigen, was da passiert und was wo wie passieren kann und wie es zusammenhängt, da geht’s auch um Zusammenhänge und so weiter, also(..) das war recht lustig, wie das jetzt angefangen hab, kam natürlich sofort die Anfrage vom, ich glaub, vom Markus war’s, das, kann man das auch für die, kann man das auch machen, wo die barrierefreien Straßenbahnen fahren, Busse fahren, natürlich kann man die Daten auch rausholen und es fehlen zum Beispiel auch vielen Daten. Es fehlen die ganzen B-Linien in Wien, also die B 72 und so weiter, die s-sind nicht drinnen, es fehlen die ganzen U-Bahnen, warum weiß ich auch nicht, warum die U-Bahnen fehlen, ja, also da-da gibt’s irrsinnig viel Bedarf noch und Möglichkeiten, Daten frei zu verwenden dafür.
Das bringt mich eh schon ziemlich ans Ende, weil, ein-ein Beispiel noch, wo ich, wo ich sag, warum Social Media auch ganz wichtig ist, ist das Beispiel der Piratenpartei. Also europaweit, weil das wirklich zeigt, dass man mit extrem wenig Geld und Medienaufmerksamkeit extrem viel erreichen kann. Was sie in Deutschland erreicht ham, mit zwei Prozent auf Bundesebene und 3,3 Prozent in Berlin, ja, ist wirklich, man, das, mit-mit einem Medienkapital von unter 100000 Euro muss man jetzt mal zusammenbringen, ja. Also die ham, die haben mehr Wähler bekommen in Deutschland bekommen als Wien Einwohner hat, ja. (Leises Lachen im Hintergrund) Und des ist mit 100000 Euro echt viel Geld ja also viel erreicht, ja. Nur über dieses Web und es-es gab ja auch-auch Umfragen auf StudiVZ und so weiter, da hätten die Piraten, die Piratenpartei 40 Prozent der Stimmen bekommen von den Leuten dort, ja. Und das ist – das darf man nicht unterschätzen, das ist ein Ding, das-das sehr, das-das-das zeigt, dass so was funktionieren kann. Ich möchte jetzt auch den, das ist ei-, das ist einer der Wahlwerbespots der Piratenpartei, den spiel ich jetzt auch kurz, weil der auch in sich sehr viel Thematiken drinnen hat die wichtig sind für den Umgang auch mit Social Web und auch wie sich unsere Gesellschaft wahrscheinlich verändern wird, ja. Das heißt jetzt nicht, dass ich jetzt ein Pirat bin, ja aber es heißt nur, dass der-der Spot ist außerdem sehr gut gemacht auch. Er ist auch untertitelt, ja, deswegen es ist auch nicht die erste Version von dem Spot von der ersten Version, gab’s keine Untertitelung, wo die Piraten lang darüber gestritten haben.
Da gibt’s ein Absatz ein-einen Teil drinnen, wo es um die deutsche Bundeswehr geht und den wollten sie unter Ausnahmen der Wahl auch draußen haben, aber wie gesagt, die untertitelte Version ist das die Einzige, die ich gefunden hab, ja. (Spot beginnt: Musik. Text: Ich finde die genetischen Informationen aller Tiere und Pflanzen sollten Allgemeingut sein. Patente auf Lebewesen sind unethisch/Ich bin dafür, dass die Politik und die Verwaltung für die Bürger da sind und nicht umgekehrt Deswegen muss der Staat transparent werden und die Privatsphäre der Bürger muss geschützt sein./Ich möchte, dass wir in unsere Zukunft investieren. Jeder sollte unabhängig von seinen finanziellen Möglichkeiten die gleiche Chance auf Bildung haben/Ich bin für die Wahrung unserer Grundrechte und unseres Grundgesetzes. Im Grundgesetz steht, dass unsere Bundeswehr einen Verteidungsarmee ist. Ich will, dass das so bleibt und dass unsere Bundeswehr nicht für Einsätze im Innern missbraucht wird./Ich kann besser forschen, wenn ich freien Zugang zu allen wissenschaftlichen Informationen habe. Eine moderne Gesellschaft braucht diesen freien Zugang zu Wissen und Information./Kulturelle Vielfalt beruht auf den Ideen Vieler. Ich möchte, dass das Urheberrecht geändert wird, um die Interessen von Kreativen und Konsumenten unter einen Hut zu bringen./Ich habe etwas zu verbergen – meine Privatsphäre. Und ich bin kein Terrorist./Ich bin Pirat./Ich bin Pirat./Ich bin Pirat./Ich bin Pirat./Ich bin Pirat./Ich bin Pirat./Ich bin Pirat./Ende des Spots)
Also da haben sie damals aufgerufen, sie haben’s geschafft, den Spot glaub ich viermal im Fernsehen zu zeigen aber in- und zu Zeiten immer um 16:00 Uhr oder irgend sowas ja. Also, der Spot hat da auf YouTube und auf mehr mehr Views wahrscheinlich gehabt als er im Fernsehen gehabt hat, ja. Und des war eben nur durch die und das wirklich, man muss noch mal sagen, für eine Partei, die keinen Spitzenkandidat hat, ja, ganz neu ist, ja, zwei Prozent erreichen, ist mehr als die Grünen am Anfang hatten, ja. Und das dann noch dazu mit einem Nischenthema, dass wirklich extrem schwer zu vermitteln auch ist, eigentlich, ja. Weil Datenschutz und solches, also, des muss, da muss man halt lange erklären, um das, damit die Leute es verstehen, ja. Das bringt mi eh schon zum Schluss im Endeffekt, weil, wie gesagt, es hat jetzt nichts mit Accessibility zu tun gehabt, aber ich glaube, dass es eben für Vereinigungen und NGOs extrem wichtig ist, damit umzugehen (Husten im Hintergrund) und Social Media zu verwenden und damit was zu machen, weil „if it wasn’t for blogs, podcasts and Twitter, I would never know what’s going on“. Und es gibt ja genug Untersuchungen aus Deutschland, das Internet bei den unter 30-Jährigen die Hauptinformationsquelle ist. In Amerika ist das noch viel höher, ja, im politischen Bereich gibt’s dann aus Amerika Studien ohne Ende zum Obama-Wahlkampf. Auch, wo, also was, die sie anfangen damit, dass Leute sich im Internet Videos angeschaut haben zum Thema Wahlkampf, sich der Politik näher gefühlt haben als die Leute, die es nicht angeschaut haben und so weiter. Also des ist ein ganz ein anderes Verständnis auch und ändert extrem viel. Und ich sage auch immer, dass Obama den Wahlkampf deswegen gewonnen hat, weil er im Internet gewesen ist, weil beide Kandidaten hatten vom Prinzip kein Konzept gegen die Wirtschaftskrise, aber durch die Nähe im Internet, die gefühlte Nähe der-der Bevölkerung im Internet, durch die Präsenz dort, haben sich die-die Leute näher bei Obama gefühlt, ja. Weil ein Mc Cain ihnen nicht so nah war. Ja. Das war’s auch schon von mir aus. Und ich danke und hoffe auf gute Fragen jetzt. (Applaus)
Moderation Eric Eggert: Vielen Dank. Vielen Dank. Hallo. (sehr leise) Dann nehm ich halt das Mikrofon. Muss ja auch funktionieren. Vielen Dank für die aufschlussreiche Präsentation. Ja ich hoffe auch, dass es Fragen gibt, wir haben ein bisschen Zeit, das finde ich ganz nett, und, grade wir haben viele Leute hier, die in NGOs tätig sind, die solche Sachen gebrauchen können und auch den, den Einblick zu bekommen, ist glaub ich, echt ‚ne, ne feine Sache. (jemand hustet). Ja(..) Fragen? Bitte.
Person aus dem Publikum 1: Ich hab den Eindruck, dass äh das Social Web sich leichter tut gegen irgendwelche etablierten Organe, Institutionen oder was immer aktiv zu werden als konstruktiv, selbst konstruktiv. Denn in beiden Beispielen, bei den ersten Beispielen (unklar: 35:44 Frager sehr leise) (Max Kossatz: hmm) waren ersten, der grüne Vorwahlkampf und äh (Max Kossatz: Urlaub mit Freunden, ne?) die ersten Beispiele für konstruktive Aktionen die mir bewusst wurden. Ansonsten seh ich immer nur- das ist gesellschaftlich allgemein – gegen irgendetwas zu sein (Max Kossatz: Ist viel einfacher, ja). (schmunzelt)
Max Kossatz: Ja, also das stimmt schon, weil aber es(..)
Person aus dem Publikum 1: (unklar: 36:08 sehr leise) … immer
Max Kossatz: Jain also(..) das (stammelt) äh na will es einen bestimmten Bereich sicherlich, ja also es gibt immer einen Nörgler und so weiter, das ist, das ist immer klar, aber ich merk das auch aufgrund meiner Firma, wo wir irgendwie Daten analysieren von Social Web und Communities und threads, was weiß ich, auf derstandard.at auf orf.at und so weiter, es stimmt nicht. Also es-es-es-es hält sich ungefähr die Waage auch die negativen Sachen fallen halt nur noch mehr ins ins Ges-also ins ins-s haben mehr Aufmerksamkeit, nicht einmal mehr Aufmerksamkeit, man merkt sie sich leichter. Also es gibt doch genug positive Sachen. Aber es hat natürlich damit angefangen, dadurch, das ist natürlich vollkommen richtig, dass es damit angefangen hat mit den negativen, bis hin gegen etwas, das Ganze auch viel einfacher ist. Da muss ich net, da muss ich nicht-nichts sagen, was ich will, sondern da bin ich nur dagegen, äh, wenn ich was, wenn ich was selber will, muss ich halt natürlich, i muss überlegen dazu, ja. Deswegen find ich das Piratenbeispiel auch sehr gut im Endeffekt, weil sie sich schon also so auch überlegt haben im Endeffekt, ja und auch ein Konzept dahinter gibt. Ja. Das auch funktioniert(..) anscheinend, in einem bestimmten Bereich. Ja. Die Nische wird aber immer klein bleiben, ist auch klar, ja.
Moderation Eric Eggert: Okay. Christian hatte noch ’ne Frage?
Christian Heilmann: Mmh. Ja. (sehr leise) … Social Media das …. Aber was …
Max Kossatz: Mmh.
Christian Heilmann: (unklar) Coca Cola anfragt, ob sie … Coca Cola… Twitter, MySpace, Facebook und sonst was… Coca Cola… (Max Kossatz: mmh) (unklar) … (Max Kossatz: ja.) …
Max Kossatz: Ja es gibt, es gibt sicher genug Beispiele, ja.
Person aus dem Publikum 2: (unklar, sehr leise) … gibt es…
Max Kossatz: Ja.
Person aus dem Publikum 2: (unklar, zu leise)
Max Kossatz: (schmunzelt) ja …. Also ich glaub, momentan sind wir da in verschiedenen Phasen, wir sind momentan auf der Phase des Nörgelns, teilweise und des schnell… Also für mich war ein sehr schönes Beispiel auf für Social Media, weil es wie-wie-wie das Interview mit der Bandion-Ortner zustande gekommen ist, wo sie Internetsperrung verlangt hat oder ge-das-sie-eigen- dass für gut empfunden hat, das war nämlich sie war an dem Tag in der Früh bei dem ISPA-Meeting und hat darüber gesprochen und ein Freund von mir, der Gerold Beck war auch da, da hat, da hat sie auch da schon gesagt, der hat das getwittert und dem dem ATV der Reporter gesagt auch über E-Mail und der wär, der hat vorher getwittert, er hat jetzt gleich ein Interview mit der Bandion-Ortner, was soll er sie denn fragen, ja. Und da hat er sie dann gefragt, wegen den Internetsperren und so kam diese Aussage dann zustande, ja. Also wirklich k-am-kalt erwischt im Endeffekt ja.
Eric Eggert: Wir arbeiten an dem Mikrofonproblem, aber es dürfen auch gerne Leute, die ‚ne Frage haben, hier vorkommen und die (..) ja ich weiß(..) (leises Lachen) wir müssen es auch tun. Ähm. Gut, gibt es noch Fragen? (..) Anmerkungen? Hinweise? …. Jetzt ist das Mikrofon wieder da. Jemand der sich traut? Eins, zwei, drei(..)
Person aus dem Publikum 3: Ja. Eine, eine Frage zum, zur Medienmessung: Wenn ich das richtig verstanden hab, haben Sie die Letterman-Einschaltquote verglichen mit der Anzahl der Follower einer Person.
Max Kossatz: Ich weiß der Vergleich hinkt. Ja, ist klar.
Person aus dem Publikum 3: (unklar) (..) Personen
Max Kossatz: Der Vergleich hinkt, aber er ist sehr plakativ ja. Aber (Publikum lacht laut) (Max Kossatz lacht auch), aber ganz hinkt er eben nicht, weil auch wenn die Leut fernschauen, weiß weiß man ja auch nicht, ob sie wirklich hinschauen oder nicht, ja. Also das ist(..) das ist für Reichweitenmessungen im Fernsehen gerade in Amerika und auch in Österreich wahrscheinlich auch in Amerika ist ja ganz extrem, da wird nur zweimal im Jahr die Reichweite gemessen und in einer genau definierten Woche in der Woche l- da lassen halt alle Sender ihre Top-Produkte laufen. Ja. Und das ist das hil- das geht ja oder viermal im Jahr das gilt dann für das ganze Jahr. Und das ist und deswegen ist diese Reichweite sowohl im amerikanischen Fernsehen extrem ungenau und schwer nachvollziehbar teilweise ja. Also für die Werbekunden ist immer so gemessen die Reichweite. Und deswegen ist der Vergleich schon wieder auch okay ja. Aber klar, es ist, es ist aber es wird sich auch hier viel ändern, weil du, wer wer wer k- weißt du genauso wenig ob er bei der Letterman-Reichweite auch die Downloads vom vom Web dazu gezählt werden oder nicht ja also das ist alles so(..) nicht nicht vergleichbar, deswegen kann man’s auch wieder vergleichen, finde ich?
Moderation Eric Eggert: Vielen Dank. Weitere Fragen? Wenn nicht, dann möchte ich noch mal mich bedanken für den sehr netten Vortrag. Und dann würd ich sagen, dann leiten wir gleich über zur nächsten Vor-Vortragenden.
Bilder von Karola Riegler. Intro von Derek K. Miller.
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Max Kossatz